74
zu Nachbesserungen in den Samenschlägen durch Kehren 550 Scheffel Samenhuchelngesammelt und in Alemann'schen Hütten aufbewahrt worden. Dieselben überwintertensehr gut, weil sie durch vorsichtiges Abhalten des Schnee- und Regenwassers vor Er-hitzung geschützt, doch frisch genug blieben, um bald nach der Aussaat keimen zukönnen. Ein Malzen derselben war bei dieser Aufbewahrungsart völlig unnöthig.Ueberhaupt hat hier die Erfahrung gelehrt, dass sich die Samenbuch ein bei Weitemleichter und besser aufbewahren und keimfähig erhalten lassen, als die Eicheln. Beiletzteren ist dann grosse Vorsicht erforderlich, wenn im Monat März warmes, trockenesWetter längere Zeit anhält, sie schrumpfen dann leicht ein und werden in kurzer Zeittrocken-faul, was man beim Durchschneiden aus der bräunlichen Farbe und dem po-rösen Ansehen sofort erkennen kann. Nur durch vorsichtiges Ueberbrausen mit Wasserund wiederholtes Umschippen vermag man sie hiergegen zu schützen.
Der grösseren Sicherheit wegen wurden in den Plätzen die Saatbucheln, von denenpro Morgen 1 Scheffel zur Aussaat kam, in 2 Reihen gelegt. In der einen Reiheerhielten sie eine Erdbedeckung von etwa 3 cm, in der 2. eine solche von 5 — 6 cm.Dieses tiefere Unterbringen des Samens in der 2. Reihe hatte den Erfolg, dass dieBuchein 8—14 Tage später aufgingen, und viele Plätze, in welchen die zu zeitig ge-keimten Pilänzchen der ersten Reihe erfroren, blieben von den später aufgegangenenKeimlingen der 2. Reihe gefüllt.
Fast wäre jedoch die sehr gut gediehene Cultur zum grossen Theil durch einengänzlich unerwarteten Raupenfrass wieder vernichtet worden. Auf den einzelnen altenEichen der Jagen 75 und 114 waren nämlich in sehr grosser Menge die Räupchenvon Geometra brumata ausgekommen und, von einem starken Sturm herunter geweht,auf die in der plumula stehenden jungen Buchen gekrochen, welche sie abzufressenbegannen. Glücklicherweise wurde dieser Umstand rechtzeitig bemerkt und durch so-fortiges Ablesen der Raupen die Anlage gerettet. Die Lücken, welche später meistdurch Maikäferlarvenfrass in diesen Buchensaaten sich fanden, wurden mit Eichel-plätzesaat cultivirt und dadurch ein gemischter Buchen- und Eichenbestand hergestellt.Der gute Erfolg, welchen dieser erste Versuch hatte, gab Veranlassung dazu, beiEintritt der nächsten Mastjahre die Cultur in ähnlicher Weise, aber auf umfangreicherenFlächen fortzusetzen. Es wurden desshalb im Jahre 1859 im Ganzen 656 ScheffelEicheln und 478 Scheffel Buchein, so wie im Jahre 1863 im Ganzen 1184 ScheffelEicheln und 259 Scheffel Buchein gesammelt und zum grössten Theil zu dem Anbauder alten Räumden, im Uebrigen zu Culturen in den Buchensamenschlägen verwendet.
Die Bodenverwundung fand jedoch, soweit die Culturflächen nicht von zu hängigerBeschaffenheit waren, durch Wald- und Untergrund-Pflug in Furchen von iy 3 m Abstandstatt. Da die Eichmast zum Theil zur Einsprengung der Eiche zwischen dem Auf-schlage in den Buchensamenschlägen benutzt werden musste, so liess man zuerst je