Druckschrift 
Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
Entstehung
Seite
72
Einzelbild herunterladen
 

72

Hierdurch gelingt es fast kostenlos reichliche Eichengruppen zwischen dem Buchen-aufschlage zu erziehen. Diese werden noch dadurch vermehrt, dass Fehlstellen in demBuchenaufschlage mit geeignetem Boden durch Eichen-Cultur, meist durch gruppen-weise Plätzesaat, nachgebessert werden.

Es ist ein völlig unbegründetes Vorurtheil, dass durch den späteren Aushieb deralten, starken und soweit möglich zu Nutzholz auszuhaltenden Eichen erheblicherSchaden in dem Nachwüchse angerichtet wird. Natürlich muss jede Holzfällung inden Buchenschlägen bei strengem Frost, wo der junge Nachwuchs brüchig wird, ver-mieden werden. Im Lieper Revier werden die alten Eichen fast sämmtlicli geplättet,weil der überwiegend grösste Theil derselben anbrüchig und desshalb nur zu Brennholztauglich ist. Der Aushieb findet daher zur Saftzeit statt, und wenn auch in dem 1. Jahredurch die Aufbereitung der Borke der Nachwuchs beeinträchtigt erscheint, so erholt ersich doch bald, oft ist schon im 2., stets aber im 3. Jahre kaum noch die Stelle zubemerken, an welcher eine alte Eiche herausgehauen wurde.

Die Lichtungen in den Buehen-Verjüngungsschlägen erfolgen ganz allmälig nachdem Lichtbedürfniss des Aufschlages, welcher desshalb genau beobachtet werden muss.Es hat sich hier im Allgemeinen die Maassregel bewährt, die Schläge lieber etwas zudunkel als zu licht zu halten, was namentlich dann ohne allen Nachtheil geschehenkann, wenn durch nöthigenfalls wiederholte Aufästung einer verdämmenden Beschattungvorgebeugt wird. An denjenigen Stellen, wo gruppenweise Einsprengung von Eichenstattgefunden hat, muss natürlich eine entsprechend stärkere Lichtung erfolgen. Ansolchen Buchenverjüngungen, welche an Felder, Brücher etc. grenzen, wo also ein Aus-wehen des Laubes zu fürchten ist, werden in einer Breite von etwa 20 m Nadelholz-schutzstreifen durch Fichten-Pflanzung angelegt. Nachdem der Abtriebsschlag geführtist, erfolgt der Anbau der noch vorhandenen Lücken, welche sich dann fast aus-schliesslich nur auf den geringen, nicht zur Nachzucht von Laubholz geeigneten Boden-stellen finden, durch Nadelholz-, vorzugsweise durch Fichten-Pflanzung.

Bei diesem Verfahren sind hier die Buchen-Verjüngungen gut gediehen, sie sindin solchem Umfange mit Eichengruppen durchsprengt, dass die Bestände dereinst auchentsprechende Nutzholz- und Gelderträge liefern werden, wenn durch aufmerksame undwiederholte Läuterungen die Eichen geschützt und zu guten Nutzholzstämmen heran-gezogen werden. Das in neuerer Zeit vielfach beklagte und wohl meist durch zu rascheLichtungen, welche dem Froste und dem Graswuchse Eingang verchafften, herbeigeführteMissrathen der Buchen-Verjüngungen in den Forstrevieren der Mark ist hier glück-licherweise nicht eingetreten, obwohl der in den letzten Jahren in beträchtlichem Um-fange stattgehabte Mäusefrass nicht unerhebliche Beschädigungen in den Buchenscho-nungen angerichtet hat. Bei dem günstigen und feuchten Sommerwetter sind die be-schädigten Pflanzen meist wieder ausgeschlagen und werden daher erhalten bleiben.