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Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
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Nach dem im Jahre 1856 über diese Erwerbung aufgestellten Tauschvertrageerhielt das Schulamt dafür eine Fläche von 518% Morgen (132 Hectar) des Alt-Lieper-Revieres, welche guten, zum Fruchtbau geeigneten Boden hatte und die im Anschlussan die Feldmark dieses Gutes belegen war, so wie eine jährliche Geldrente von1200 Thalern (3600 Mark) Seitens des Königlichen Forstfiscus. Ausserdem behieltdas Schulamt das Recht der Schafhutung auf diesem von ihr abgetretenen Reviertheil,welches später abgelöst wurde.

Da diese dem Alt-Lieper Revier zugetretenen Flächen fast nur Kiefernbodender IY. und V. Klasse enthalten, auf welchen, nach Kultivirung der erheblichen mitübernommenen Blossen und missrathenen Samenschläge, der Betrieb in schmalenAbsäumungsschlägen, welche sogleich wieder aus der ITand, theils durch Saat, theilsdurch Pflanzung angebaut werden, geführt wird eine Methode, welche sich hiersehr gut bewährt hat, so bieten sie in forstlicher Beziehung wenig Interesse undwerden daher in den nachstehenden Ausführungen auch weiter keine Berücksichtigungfinden.

Nach der in dem Abschätzungswerk vom Jahre 1820 enthaltenen Revierbeschrei-bung hatte das Alt-Lieper Revier bei einem Flächen-Inhalt von 26,120 Morg. (6669 Hect.),von denen 23,744 Morgen (6062 Hectar) als zur Holzzucht nutzbar bezeichnet sind,5193 Morgen (1326 Hectar) Blossen und Räumden.

Ausserdem wird erwähnt, dass ein grosser Theil der alten Laubholzbestände inFolge der Plänterwirthschaft sehr licht bestanden sei und dass auch die alten Kiefern-orte den gleichen Mangel hätten.

Dieser wenig befriedigende Zustand des Reviers ist, wie der Oberforstrath Pfeilin der Beschreibung desselben (Band 35, Heft 1 der kritischen Blätter) ausführt, vor-zugsweise auf folgende Umstände zurückzuführen. Zuvörderst erforderten die finanziellenVerhältnisse des Preussischen Staats während der Befreiungskriege und besonders nachdenselben eine Vermehrung der Einnahmequellen. Man verstärkte den Einschlag inden Forsten und hieb so viel Holz als nur irgend absetzbar war. Bei der günstigenLage des Reviers am Finow-Canal war der Transport nach Berlin leicht und mankonnte daher bedeutende aus demselben entnommene Holzmassen versilbern.

Der umfangreiche Holzabsatz wurde ausserdem noch dadurch begünstigt, dass inBerlin eine Königliche Brennholzadministration bestand, welche das zum Kleinverkaufbestimmte Material besonders aus denjenigen Königlichen Forsten bezog, die dasselbebei vortheilhaften Wasserverbindungen ohne zu erhebliche Transportkosten zu liefernim Stande waren. Zu diesen gehörte auch das Lieper Revier in erster Linie undwurden desshalb die fehlerfreien Klobenhölzer in grosser Menge nach dieser Hauptstadtgeführt. Noch jetzt kaufen die Berliner Plolzkändler fast alle guten Scheithölzer, welcheim Revier aufbereitet werden, und nur die anbrüchigen Klobenhölzer sowie die ge-