Druckschrift 
Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

62

der forstlichen Erkenntniss, haben nach dem Urtheile ihrer Zeitgenossen, welches dieNachwelt bestätigen wird, nicht vergeblich gearbeitet.

In Zweifel ist gestellt worden, oh die Forstakademien befähigt seien, die Männerfür den forstlichen Lehr- und Forscher-Beruf heranzubilden. Darauf mag Folgendeserwidert werden. Die Forst-Akademien haben sich bisher mit der Heranbildung desNachwuchses für den forstlichen Lehr- und Forscher-Beruf nicht planmässig befasst.Es ist wünschenswerth, dass dies geschieht. Dass sie dazu befähigt sind, wird mankaum noch in Zweifel ziehen können, nachdem kürzlich von der Forstakademie Ebers-walde zwei hervorragende Lehrer, welche beide unmittelbar aus der forstlichen Praxisan dieselbe übergingen, und dort zuerst nicht nur den Lehrstuhl bestiegen, sondernauch die Wissenszweige, in denen sie Ausgezeichnetes geleistet haben, als Gebiet ihrerForschung auswählten, an die Spitze der Forstakademie Münden und an die Pro-fessur der Botanik bei dem Forstinstitute der Universität München berufen worden sind.

Die Forstakademie Eberswalde zeigt, nachdem sie 50 Jahre alt geworden ist,keine Spuren des Alters. Sie lebt in dem Mittelpunkte der forstwissenschaftlichen Be-strebungen unserer Zeit, sie blüht im Walde, sie wächst 1 ) und ist fruchtbar in Lehreund Forschung. Das wird sie auch in Zukunft sein, wenn sie unbeirrt durch andereStrömungen festhält an den beiden Grundbedingungen ihrer Wirksamkeit, an der An-lehnung an den Wald und an der durch die Waldwirthschaft bestimmten und begrenztenRichtung in Lehre und Forschung.

') Die Anzahl der Studirenden in dem Semester der Jubelfeier ist auf 143 gewachsen.