37
Forstleuten ein ausgezeichneter Lehrmeister war, erhielt dort 1823 den Character alsForstmeister, vertrat 1826 eine Zeit lang den Oberforstmeister in Erfurt, wurde 1828zum Regierungsforstrath und Oberforstbeamten in Gumbinnen, 1831 zum Geh. Finanz-rath in Berlin befördert und am 10. November zum Kurator der Forstlehranstalt inNeustadt-Eberswalde bestellt, 1836 zum Oberlandforstmeister ernannt, 1840 durch Ver-leihung des Adels ausgezeichnet, 1843 Mitglied des Staatsraths, beging am 1. September
1862 sein 50jähriges Dienstjubiläum, wurde aus Anlass desselben zum Wirklichen Geh.Rath ernannt, schied 1863 aus dem Staatsforstdienst, in dem er als ein Muster strengsterRechtlichkeit, Unparteilichkeit, Einfachheit und rastloser Arbeit mit ausgezeichnetemErfolge thätig gewesen war und länger als 30 Jahre als Kurator und Leiter der forst-lichen Prüfungen auf die Entwickelung des forstlichen Unterrichts in Preussen einenhervorragenden Einfluss ausübte. Am 30. April 1874 wurde er in Berlin zu einembesseren Leben abberufen. Zum Gedächtnisse des hochverdienten Mannes ist ausAnlass seines 50jährigen Dienstjubiläums mittelst Stiftungs-Urkunde vom 12. Januar
1863 eine Stiftung (von Reuss-Jubilar-Stiftung) mit einem Kapitale von 19899 Markzur Erziehung bedürftiger Waisen verstorbener, verdienter Forstbeamten, durch Er-richtung von zwei Freistellen in den Waisenhäusern zu Klein-Glienicke und Potsdambegründet worden').
Otto von Hagen, ebenfalls einem Waidmannsgeschlechte entsprossen, jüngsterSohn des Gräfl. Stolberg'schen Oberforstmeisters Friedrich Wilhelm von Hagen, dessensechs Söhne sämmtlich Forstleute wurden, geboren den 15. Februar 1817 zu Rsenburgam Harz, empfing seine Schulbildung in Schulpforta, bestand die Forstlehre in der Ober-försterei Limmeritz und am Harz, besuchte 1836—1838 die Universität Berlin, 1838bis 1840 die Forstlehranstalt zu Neustadt-Eberswalde, bestand bis zum Jahre 1841das Oberförster- und das Referendariats-Examen, 1844 nach Beschäftigung als Forst-referendarius bei den Regierungen zu Merseburg, Erfurt und Arnsberg das Regierungs-Assessor-Examen, wurde zum Hülfsarbeiter bei der Centralforstverwaltung nachBerlin berufen, 1846 als Oberförster zu Falkenberg im Reg.-Bezirke Merseburgangestellt, 1849 unter Ernennung zum Forstinspector wieder in das Finanz-Mini-sterium als Hülfsarbeiter versetzt, daselbst 1850 zum Forstmeister mit dem Range derRegierungsräthe, 1854 zum Oberforstmeister, 1856 als solcher zum Rath III. Classe,1861 zum Landforstmeister und Rath II. Classe, 1863 zum Nachfolger von von Reussals Oberlandforstmeister und als Kurator der Forstakademie Neustadt-Eberswalde er-nannt, endlich 1877 zum Wirklichen Geheimen Rath befördert. Die ForstakademieEberswalde hat ihm die Vermehrung ihrer Lehrkräfte und Mittel, die Forstakademie
') Die Stiftungsurkunde ist abgedruckt in von Schlotheim General-Repertorium. Berlin. Springer.1880. S. 261.