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Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
Entstehung
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Karl Freiherr von Wintzingerode wurde am 21. Juni 1772 zu Hasselfeldeam Harz (Braunschweig) geboren, erhielt seine Schulbildung auf dem Carolinum inCassel, studirte von 1788 ab auf den Universitäten Marburg und Rintelen, erlernte inden hessischen Forsten bei Veckernhagen die practische Waldwirthschaft, wurde zumHof- und Jagdjunker des Landgrafen und zum Assessor bei der Kamerai-Verwaltungin Cassel ernannt, verliess 1800 den Staatsdienst und übernahm die Verwaltung desFamilienguts Wehnde im Eichsfeld, wurde 1802 Oberforstmeister bei der PreussischenKriegs- und Domainenkammer zu Heiligenstadt, bekleidete im Königreich Westfalendie Stellung eines General-Inspectors der Forsten und Gewässer in Cassel, wurde 1814als Forstreferent zu dem Civil- und Militair-Gouvernement in Halberstadt berufen,1815 nach Berlin versetzt, daselbst 1816 zum Oberlandforstmeister ernannt, bearbeitetein dieser Stellung die Angelegenheiten des forstlichen Unterrichts, hatte an der Ver-legung der Forstakademie von Berlin nach Eberswalde einen hervorragenden Antheil,wurde zum Kurator derselben ernannt und starb im December 1830 zu Berlin.

Martin Lichtenstein wurde am 10. Januar 1780 zu Helmstedt (Braunschweig)geboren, studirte Medicin zu Jena und Helmstedt, promovirte 1802, betheiligte sich 1804bis 1806 im Dienste der batavischen Republik an einer Expedition nach Süd-Afrilrti, wurde1811 zum Professor der Naturgeschichte an der Universität Berlin und zum Mitgliede derAkademie der Wissenschaften ernannt, 1815 Director des zoologischen Museums, warseit Begründung der Forstakademie Berlin Lehrer der Zoologie an derselben, wurde1830 zum Kurator für die naturwissenschaftlichen Angelegenheiten bei der Forstlehr-Anstalt in Neustadt-Eberswalde ernannt, war langjähriger Examinator im Oberförster-Examen und starb 1857 auf der Ueberfahrt nach Kiel. Die Stelle als Mitkurator derForstakademie wurde nach seinem Tode nicht wieder besetzt.

Carl von Reuss 1 ), aus einer alten Forstfamilie stammend, wurde am 26. October1793 zu Grossebersdorf bei Weida, damals zum Königreich Sachsen, gegenwärtig zumGrossherzogthum Sachsen-Weimar gehörig, wo sein Vater Oberförster war, geboren, —besuchte 1807/1810 das Gymnasium zu Gera bis einschliesslich Secunda, wurde nachbestandener Forstlehre beim Wildmeister Richter im Tautenburger Revier 1812 Forst-assistent seines Vaters in Grossebersdorf, besuchte 1812 unter Cotta die Forstschulein Tharand, zog 1813 als freiwilliger Jäger in den Krieg, kehrte als Offizier 1814 zurFortsetzung seiner Studien nach Tharand zurück, wurde durch Abtretung seiner Heimathan Preussen 1815 Preussischer Unterthan, trat bei der Regierung in Merseburg alsForst-Referendar ein, erhielt 1817 die Oberförsterstelle zu Burgliebenau (jetzt Schkeu-ditz), wurde 1819 als Forstinspector nach Schleusingen versetzt, wo er vielen jungen

') S. Nekrolog des Oberlandforstmeisters von Reuss in Danckelmann's Zeitschrift für Forst-und Jagdwesen. Bd. VII. S. 383.