Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
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Der Zufall hatte es gefügt, dass einer von Hansens Haide-wärtern in Bötzow ein Geschäft hatte, als der Tross unter HerrnBalthasar Rudloff's Führung daselbst anlangte. Der Liebenbergerhatte die Knechte befragt, wohin es ginge ? und die Antwort er-halten, die er erwartete. Um nicht Aufsehen zu erregen, forschteer nicht weiter, sondern sattelte sein Pferd und ritt langsam zumOrt hinaus. Als er seinem Herrn die Kunde von einem drohendenUeberfalle brachte, mag er wohl über die Zahl der Reiter über-triebene Nachricht gegeben haben, denn Ritter Hans machte dieRechnung, dass unter solchen Umständen ein bewaffneter Wider-stand mit den wenigen Leuten, die er zur Hand hatte, ausge-schlossen sei. Zeit für ein Aufgebot unter seinen Hörigen war jedenfalls nicht mehr vorhanden.

So hielt er denn kurzen Rath mit den Seinen und beschloss— zu verschwinden. E : ne Wache war auf dem Mühlenberge aufge-stellt, während er den Mantelsack und die Satteltaschen mit demNotwendigsten versah. Er nahm baares Geld was vorhanden war,theilte Frau Margarethe, die mit einiger Unruhe der Entwicklungder Dinge entgegensah, heimlich sein Ziel mit und verliess, gefolgtvon einem Knechte, Liebenberg in der Richtung auf Zehdenick.Wege vermeidend, bis es dunkel wurde — dann ging es in derschönen sternklaren Sommernacht weiter.

Unterdessen trafen der Einspännige Lieutnant und der Land-reuter mit ihren Knechten in Liebenberg ein. Es war Nacht ge-worden, aber wunderbarer Weise standen Leute auf dem Hof herumund es brannten auch einige Lichter in Hansens Haus. Die feier-liche Anrede, die sich Herr Balthasar Rudioff zurechtgelegt hatte,musste unterbleiben, da der Ritter Hans «abrünstig» war. DiePferde wurden desshalb in den Stall geschoben und mit mürrischenGesichtern wiesen die wenigen Hausbewohner den unwillkommenenGästen ein Unterkommen an.

Es entstand grosses Geschrei und Geheul unter den Mägden,als am folgenden Morgen ohne viel Worte unter Assistenz derbeiden Führer die fremden Knechte in dem Hause Alles zusammen-suchten, was von Jagdzeug vorhanden war. Büchsen, «Rohre»,Saufedern, Waidmesser u. s. w. — Alles wurde zusammengerafftund vor dem Hause niedergelegt. Dann kam das «Wolfszeug» an