Schon am 13. Juli befahl der Kurfürst seinem «EinspännigenLieutnant » Balthasar Rudioff wieder nach Liebenberg aufzubrechen,jedoch dieses Mal mit dem Landreuter von Spandau (dessen Amtetwa heute einem Wachtmeister der Landgendarmerie gleichkommendürfte). Sie sollten Hansen von Bredow zu Liebenberg sein sämmt-liches Jagdzeug nehmen und nach Berlin bringen, da dieser,den Befehl seines Herrn missachtend, nicht nach Küstrin gekommensei und sich «abrünstig» gemacht haben dürfte, d. h. durch dieFlucht seiner Verpflichtung entzogen habe.
In lebhafter Erinnerung an die Erfahrungen, die Balthasar Rudlofifin Liebenberg gemacht, und besonders an das, was er dort gesehenhatte, an Gewehren, Waffen und recht verwegen dreinschauenden Jäger-burschen, hatte er zu seiner Begleitung einige seiner handfesten Leutegenommen. Desgleichen hatte der Landreuter sich einige seinerKnechte mitgenommen, deren er wohl hin und wieder bedurfte,wenn es sich um eine Exekution oder Pfändung handelte.
Der ganze Tross — die beiden kurfürstlichen Boten voraus —setzte sich in Bewegung und machte in Bötzow Rast, während diePferde gefüttert wurden. Es war ein heisser Tag, und da es dieAbsicht der Reiter war, in der Dunkelheit nach Liebenberg zugelangen, um Ritter Hansen zu überraschen und ihm keine Zeitzu lassen zu entweichen, falls er etwa anwesend sein sollte, sohatten sie gute Zeit, ein Schläfchen zu machen und die heissenStunden des Tages vorübergehen zu lassen. Der Ritt von Bötzowdurch die Haide über Teschendorf nach Liebenberg (denn wegendes grossen Moores bei Grüneberg, durch welches damals keinDamm führte, mussten sie jenen Weg wählen) nahm etwa2^2 Stunden in Anspruch.
Während aber der Tross in Bötzow rastete, sah man einenReiter in bäuerischem Aufzuge den Ort langsam in der Richtungauf Teschendorf verlassen, der, ausser Sicht, plötzlich dem magernPferd die Sporen gab und hastig davonsprengte.
Ritter Hans hatte eine peinlichere Massregel als die bisherigenerwartet und seine Leute beauftragt, ihm eiligst Meldung zu er-statten , wenn Ungewöhnliches den Grenzen der Feldmark nahensollte. Liebenberg hatte kein festes Schloss. Man musste seineVorkehrungen sorgsam treffen, wenn Gefahren drohten.