Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
43
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III.

Begründung des HertefelcTschen Besitzes in derMark Brandenburg durch den OberjägermeisterJobst Gerhard von und zu Hertefeld.

Jobst Gerhard, Stephans zweiter Sohn, geboren 1594, ist anCharakter, Energie und kluger Voraussicht das Ebenbild seinesVaters. Trotz des schweren Druckes, unter dem das Land währendseiner ganzen Jugendzeit und seines Mannesalters seufzt, geht er ruhigund sicher seinen Weg, nachdem ihm die Beziehungen des Vaters zumKurhause die Thüren des Hofes zu Cölln a. d. Spree geöffnet haben.

Er widmet sich bereits in frühen Jahren dem Jagd- undForstfach und seine hervorragenden Eigenschaften führen ihn baldaufwärts in einflussreiche Stellungen. Als kurbrandenburgischerund clevescher Oberjägermeister fallen ihm nach dem westfälischenFrieden 1648 grosse Aufgaben zu. Mit der Verwüstung des Landesund dem Herabsinken der Kultur auf dem flachen Lande nimmtdas Raubzeug insonderheit die Wölfe so sehr überhand,dass dieser Landplage mit allen Mitteln entgegengetreten werdenmuss. Es lag in der systematischen Vertilgung des Raubzeuges einwesentliches Moment für die Rettung der völlig in Verfall gerathenenLandwirthschaft und Viehzucht und mit grösster Energie nimmt JobstGerhard, der als Oberjägermeister auch der Chef des»Woltjagdzeuges«ist, den Kampf mit den Wölfen auf, die in grossen Rudeln dieöstlichen Provinzen des Reiches durchstreifen. Aber unmittelbaran die Erfolge, die er hierin aufzuweisen hat, und die in späterenJahren nachdrücklich von seinem hoch begabten Neffen, demOberjägermeister Samuel von Hertefeld, fortgesetzt werden, knüpfter mit weiser Voraussicht Maassregeln zur Hebung der Land-wirthschaft durch Urbarmachung der Bruchgegenden und Herbei-ziehung von Kolonisten aus den Niederlanden und vom cleveschenNiederrheine. Die grossen öffentlichen Verdienste Jobst Gerhard's aufdiesem Gebiete werden an anderer Stelle eingehender behandeltwerden. Hier soll besprochen werden, wie der Oberjägermeistersein väterliches Erbe verwaltete und vermehrte und wie er esverstand, sich in der Zeit der allgemeinen Geldnoth in Ansehen und