Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
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IV.

Liebenberg unter den Bredow's.

Es besteht die Absicht, im Anschlüsse an die vorliegendenAufzeichnungen, später eine eingehendere Darstellung der Geschichteund Entwicklung des Hertefeld'schen Grundbesitzes in derMark folgen zu lassen. Hier soll nur dasjenige einen Platz finden,was ein Bild des Rahmens geben kann, innerhalb dessen sich dieBesitzer Liebenbergs mit ihren Angehörigen bewegten. Wirwollen desshalb nur einen kurzen Blick auf die historische Ent-wicklung Liebenbergs werfen, das seit dem Erwerbe durch JobstGerhard von Hertefeld im Jahre 1652 bis auf den heutigen Tag derMittelpunkt der märkischen Interessen der Familie geblieben ist.

Liebenberg, in alten Zeiten Liwenberg und Liebenberge ge-schrieben, bildete den östlichen Theil des Ländchens Löwenberg,das auch der Glien-Löwenberger Kreis genannt wurde. Wohl wardas von Slaven bewohnte Ländchen Löwenberg frühzeitig schondurch die eindringenden christlichen Sachsen unter Führung derMarkgrafen unterjocht worden. Aber lange nachdem schon dasCentrum Brandenburgs sächsische Kultur und Sitten trug und dieMark sich zu einem abgeschlossenen Ganzen entwickelt hatte,bildeten die Grenzbezirke bei Mecklenburg und Pommern die Stättenfortdauernder Beunruhigung und Kämpfe mit den slavischen Nach-barn. Auf den Feldmarken des Ländchens Löwenberg wird dahermanch blutiger Strauss ausgefochten worden sein, der bei demgänzlichen Mangel genauer Kcnntniss der ältesten Geschichte dieserLandstriche ewiger Vergessenheit anheimfallen musste. Wir nehmenan, dass die im «Liebenberger Bruch» in der Nähe des heutezu Löwenberg gehörenden Grünthal gefundenen Schwerter, eiserneund steinerne Hämmer, Hufeisen und sonstige Eisentheile vonkriegerischen Ereignissen jener vergessenen Zeiten Zeugniss ablegen.

Dass Liebenberg selbst eine alte slavische Kulturstätte ist,bezeugen die Funde, welche an Ort und Stelle gemacht sind.