Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
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lieber Bote abgesandt worden, welcher dem Oberhauptmann vonKüstrin, Hans von Buch, den strengsten Befehl seines gnädigstenHerrn Kurfürst überbracht hatte, den Ritter Hans von Bredow, aufLiebenberg gesessen, wenn er sich bei ihm melde, in ein offenesGasthaus zu bringen, woselbst der Liebenberger in Bestrickung zuverbleiben habe. Der Oberhauptmanu solle dafür einstehen, dasssich der Liebenberger nicht «abrünstig mache», und habe ihn aufdas Schärfste zu überwachen , wenn er auch bei Hanns Pegnitzer,in dem Hause und dabei, sich frei bewegen dürfe, wie es einemEdelmann zieme.

Aber der «Einspännige Lieutnant», der mit einer gewissenWürde in Liebenberg den Versuch machte, Ritter Hans zu einemEhrenwort und Abreise nach Küstrin zu veranlassen, stiess wiederauf jenes «Gemurmel» (von dem ihm der Futtermarschall JoachimBrettschneider nichts mitgetheilt hatte), und machte auch die Be-obachtung, dass er, der Einspännige allein in dem LiebenbergerHause, angesichts des Jagd-Arsenals von «Röhren» oder «Büchsen»und gewisser wildaussehender Gesellen, die im Vorraum und beiden «Rodden» sichtbar gewesen waren, nicht allzusehr auf einedeutliche Abgabe eines Ehrenwortes drücken könne. Auch BalthasarRudioff fand, wie Joachim Brettschneider, dass das gewisse Gemurmelwohl schliesslich das Ehrenwort gewesen sein könne, — und empfahlsich bei Zeiten mit seinem Knechte, um noch vor der Nacht Bötzowzu erreichen. Den Aufenthalt in Liebenberg zu kürzen, schien ihmrathsam zu sein.

Hans hatte den zweiten kurfürstlichen Befehl mit ebenso vielAerger erhalten, als den ersten mit Hohn. Herr Johann Georgvon Brandenburg schien nicht spassen zu wollen. Aber Hansdachte auch nicht daran nachzugeben. Nur ein dunkles Empfindensagte ihm, dass die Sache schliesslich für ihn schlecht ablaufenkönne, — und das erregte ungemein seinen Ingrimm und reizteseinen Widerspruch. Er war unschlüssig, was zu thun sei. NachKüstrin begab er sich vor allen Dingen nicht — er schiendemnach abwarten zu wollen, was etwa die dritte Massregeldes Kurfürsten gegen ihn sein könne, und diese liess nicht aufsich warten.