in merkwürdigem Gegensatze zu den märkischen Junkern, die aufdem slavischen Boden ohne Geschichte, zwischen den unabsehbarenBrüchen und Haideflächen auf ungepflegten Rossen einherreitendunerbittlich die spärlichen Zehnten eintreiben, von der Jagd leben,und den Nachbarn an den zweifelhaften Grenzen Schaden zufügen.Gezähmt durch die Macht der Hohenzollern verlieren diese Junkerdurch die fortschreitende Kultur — die sie selbst ursprünglich mitdem Schwerte brachten, aber nicht zu entwickeln vermochten —jene wilde Seite ihres Wesens. Ihre Eigenart unterliegt derMacht von Gesetz und Sitte und wird innerhalb moderner Formenzu dem Materiale, mit dem die Kurfürsten von Brandenburgund Könige von Preussen ihre siegreichen Schlachten schlugen.Tapfer, schlau und gesund ist dieses Material — aber nicht fein.
In den Hertefeld's treten uns Typen von Trägern derKultur entgegen. Ihre wilde Zeit liegt etliche Jahrhunderteweiter zurück und der Kontakt des Westens mit dem Osten — indem die ganze Bedeutung der cleveschen Erbschaft für Preussenlag — tritt uns hier verkörpert in den ersten Hertefeld's entgegen,die ihren Fuss auf den märkischen Sand setzen. Wir erkennenaber zugleich auch die kluge Hand der Hohenzollern, die jeneElemente als Kulturträger erkannten.
Hans von Bredow zu Liebenberg hatte gewiss das Bestreben,die Kultur seines Besitzes zu heben. Aber es erscheint uns zweifel-haft, ob ihm dieses gelang. Jedenfalls spielte die Jagd in seinemLeben eine grössere Rolle als die Landwirthschaft.
Ein Vorgang, der uns überliefert ist, lässt uns einen tiefenBlick in dieses sein Jagdleben thun.
Hauptsächlich kamen die gemeinschaftlichen LöwenbergerGebiete für Hansens Jagd in Frage und mancher Zusammenstosswird zwischen den verschiedenen Herren Vettern und Gebrüdern ausdiesem Anlass erfolgt sein. Aber es führte die Jagdleidenschaftauf den grossen Flächen und Haiden auch an — und wohl gele-gentlich auch über die Grenzen der kurfürstlichen Waldungen.Speziell in der sogenannten «Kahlhorst», wo anscheinend unklareJagdverhältnisse herrschten. Bei Verfolgung eines starken Hirsches,bei einer Sauhatz (wobei die Hunde noch weniger die Grenze ein-hielten als ihre Herren), bei einem Wolfsjagen, wenn die Wölfe