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kammer, doch ohne Last und Kosten ihrer Schwestern, logieren,auch für ihre Pferde den Stall benützen und sich gegen einanderliebevoll, wie es Brüdern und Schwestern gebührt, betragen.«
Es wollen die Eltern mit dieser Bestimmung sagen, dass dieTöchter als Hausfrauen in Egern an die Stelle der Eltern tretensollen, den Brüdern das Elternhaus ersetzend. Denn die jüngerenSöhne erhalten durch Zuweisung bestimmter Gemächer im Hausenur jenes beschränkte Recht, das Kinder im Elternhause haben.
Die sechs Söhne Stephans sind echte Kriegskinder — harte,energische, eigenwillige Naturen, die ihren Weg machen oder imKampfe erliegen.
Elbert Adrian, der älteste Sohn Stephans trat, die Traditionder Familie, welche streng an ihrem reformirten Glaubensbekennt-niss festhält, tief verletzend, zur katholischen Kirche über, dembrennenden Wunsche seiner Gattin, Mechtilde von Hövel-Ottenstein,nachgebend. Er war Oberstlieutenant in holländischen Dienstenund erhielt von seinem Vater Antheil an der Herrschaft Neu-land in Brabant. Der Stammsitz Kolk fällt, wohl auch aus demgenannten Grunde, aber in erster Linie, weil Elbert Adrian vorseinem Vater gestorben und dessen hinterlassener Sohn, ChristianMoritz Wilhelm, schwachsinnig war, dem zweiten Sohne Stephans,Jobst Gerhard, zu.
Mit Jobst Gerhard und dem fünften Sohne Stephans, GeorgWilhelm, werden wir uns an anderer Stelle näher zu beschäftigenhaben. Sie führen uns von den cleveschen Stammlanden hinüberin die neue märkische Heimath.
Franz Jakob, der dritte Sohn Stephans, war Hauptmann -inkurbrandenburgischen Diensten, focht in Böhmen, sowie in derMark gegen die Schweden und in Geldern gegen die Spanier, biser, von diesen gefangen, in den Niederlanden unverheirathet starb.
Johann Sigismund, Stephans vierter Sohn starb -unvermähltin jungen Jahren.
Ernst Richard, der sechste, wurde 1641 bei der Belagerungvon Gennep erschossen.*) Den Tod Ernst Richards betreffendbefindet sich im Archive zu Liebenberg ein Brief seines BrudersGeorg Wilhelm, in dem dieser seinem Oheim Franz Gisbert vonHertefeld, gelehrter Rath und Mitglied der -Generalstaaten, zu