Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
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Utrecht (geb. 1579 t l 7- September 1653) Anzeige erstattet undihn zu dem Begräbnisse ladet.

Dieser Brief lautet folgeiidermassen:

Wohledel geboren und gestrenger insonders Grossgünstigervielgeliebter Herr Vetter!

Ich gebe hiermit aus bekümmerten Gemüt nebst meinervielgeliebten Frau Mutter und unserer Recommandation dienst-freundlich zu vernehmen, wie dass Gott der Allmächtige nachseinem umwandelbaren Willen meinen vielgeliebten Bruder, weilandErnst Richard von Herlefeld, Zeit Lebens gewesener Kapitän, vorwenig Tagen in Krieges Expedition vor Belagerung Gennep ver-mittels empfangenen Schusses aus diesem Jammerthal und also insein ewiges Reich, dessen Seele Gott genade, versetzet, Welcherihm und uns übrigen zu seiner Zeit, eine fröhliche Auferstehungzum ewigen Leben in Gnaden verleihe. Weil darum demselbennach Gott und christlichem Brauch eine ehrliche und nach Standes-gebühr behörende Leichenbegängnis Anstelle und dazu den 22. dieses(wird sein künftigen Montag) binnen der Stadt Sevenar beraumenlassen und also Euer Liebten Person neben ander Pierren Anver-wandten und Freunden gerne sehen und wünschen sollten, also istmein dienstfreundliches Begehren E. L. möchten belieben, meinenselig abgelebten Bruder die letzte Ehre und Freundschaft zu be-weisen, und zu gedachter angestelltem Leichenbegängnis sich desvorigen Abends zu Sevenar zu praesentieren und ihre Ladung

*) Der dreissigj ährige Krieg hatte im Jahre 1641 noch seinen Fortgang, unddie rheinischen Länder, sowie ganz Deutschland, seufzten um so mehr unter demDruck der Kriegsereignisse, als die Operationen fast nur noch in Streifztigen ein-zelner Corps bestanden, welche gleichsam den Krieg auf ihre eigene Hand führten.Der einzige Trost, dass wenigstens die Spanier aus dem Lande waren, vermochtenicht die harten Bedrückungen durch andere Kriegshaufen zu mildern. Den Marquisvon Grana hatte zwar der hessische Oberst Rabenhaupt 1640 aus Calcar vertrieben,aber dieser und der hessische General Graf von Eberstein raubten und verwüstetennicht weniger als die Kaiserlichen. Auch Lippstadt hatten die Hessen behalten,welche sich 1634 Soest's bemächtigt und 1636 von dem kaiserlichen General vonGötz wieder vertrieben worden waren. Von Lippstadt aus beunruhigten sie fort-während die Grafschaften Mark und Ravensberg. Im Jahre 1641 den 16. Novbr.überfiel der kaiserliche Oberstlieutenant von Hund die Stadt Cleve und plündertesie. Dagegen war Gennep nach sechswöchentlicher tapferer Gegenwehr der nochdort befindlichen einzigen spanischen Besatzung den Holländern in die Hände gefallen,welche auch Duisburg, angeblich für den Kurfürsten von Brandenburg, besetzten.