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nach wie vor der Führer und Leiter der Brandenburgischen Inter-essen in den cleveschen Erblanden blieb. Die Vorsicht hatte ge-boten, dass Stephan seine Gemahlin mit den kleinen Kindern währendder gefahrvollen Zeit in Sicherheit brachte. Sein festes Haus Kolklag zu einsam und exponirt. Es stand nicht weit von Uedem, mitdoppelten Wassergräben umgeben, gelehnt an einen mit Gestrüppdurchwachsenen Sumpf. An den Wald, der das Castel umgab,schlössen sich die zum Rittersitz gehörenden, ausserordentlichfruchtbaren Aecker und Wiesen mit ihren Höfen.
Stephan hielt sich, kurze Zeit nach der Besitzergreifung desLandes, allein, aber mit bewaffneter Dienerschaft, vorübergehendin Kolk auf. Durch Kundschafter hatten die in Xanten in Garnisonliegenden Spanier, welche zur Unterstützung der Oesterreichisch-Burgundischen Partei in Cleve eingerückt waren, von der AnwesenheitStephan's in Kolk erfahren. Eine Abtheilung derselben machtesich heimlich des Nachts auf den Weg, um sich, todt oder lebendig,Stephan's zu bemächtigen. Sie gelangte unbemerkt im Schutz derDunkelheit und des Gehölzes bis vor das Castel. Die Wache ander Zugbrücke des Vorderplatzes schlief und wurde überrumpelt.Schon waren die Spanier Herren der äusseren Umwallung und imBegriff, die zweite Brücke zu forciren, als Stephan durch dasLärmen vor dem Hause aus dem Schlafe erwachte. Er sprangaus dem Bett und sah durch das Fenster, dass seine Dienerschaft,überwältigt, das Eindringen der spanischen Truppen in das Hausnicht mehr hindern konnte. Bei dem flackernden Schein derFackeln, der die Brustharnische und Helme der Soldaten röthlichbeleuchtete, erblickte er sie, mit Beilen und Hellebarden sich denWeg zu ihm bahnen. Es wurde ihm sofort klar, dass er verlorensei, wenn es ihm nicht sofort gelänge, auf der entgegengesetzten— hoffentlich vom Feinde nicht zu dicht besetzten Seite — zuentkommen. Ohne sich Zeit nehmen zu können, alle nothwendigenKleider anzulegen, verliess er, sich aus einem Fenster in denWassergraben herablassend, das Haus Kolk und suchte, die Wälle mitäusserster Anstrengung und Vorsicht überkletternd, den Sumpf zuerreichen, der sich unweit der Gräben befand. In der Dunkelheitgelang ihm dieses Wagniss, indem er jeden Schritt prüfte, um nichtden Spaniern, die das Castel umstellt hatten, in die Hände zu fallen.