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1 (1899)
Entstehung
Seite
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heiten kamen auf dem Unionstage zu Schwäbisch-Hall auch nochviele andere Angelegenheiten des Reiches zur Verhandlung, wiez. B. die Frage, auf welche Weise man den bedrängten Protestantenin Steyermark und Kärnthen helfen könne? Ja, es soll sogar dieWahl eines Römischen Königs zur Sprache gebracht worden sein.Der Berichterstatter bemerkt dazu: «dass alles mit grosser Dis-cretion und sehr heimlich vorging und schrieben die Fürsten ihreResolutiones selbst, dann sie keinem Rath oder Secretario traueten.»

Bei diesen geheimen Verhandlungen ist Stephan von Hertefelddes Kurfürsten vertrauter Rath gewesen und war ihm mit so grosserUeberlegung, Klugheit, Sachkenntniss und Treue zur Hand, dassJohann Sigismund ihm nach Abschluss der Verhandlungen zuSchwäbisch Hall die für damalige Zeiten sehr bedeutende Summevon 12,000 Thalern verschrieb.*)

Die Beschlüsse der Union setzten den Kaiser in die grössteAufregung und, weiter dem in dem oben besprochenen GutachtenStrahlendorff's enthaltenen Rathe folgend, belehnte Kaiser Rudolfdas Haus Sachsen «zur gesammten Hand» mit Jülich, Cleve, Berg,Mark und Ravensberg, die Verwirrung in der cleveschen Erbfragedadurch steigernd, während sich die religiösen Gegensätze mehrund mehr verschärften.

Da es hier nur unsere Aufgabe war, das Wirken Stephan'swährend der für die weitere Entwicklung der grossen kriegerischenUmwälzung im Deutschen Reiche so bedeutsamen und gewisser-massen grundlegenden Periode zu schildern, vermögen wir nichtweiter auf die verwirrte clevesche Frage einzugehen, die erst nachunendlich wechselvollen Phasen, nach den vergeblichen Vergleichen,Theilungen und Abkommen in Xanten 1614, Düsseldorf 1624 und1629, Haag 1630, Düsseldorf 1647, schliesslich im Hauptvergleichzu Cleve 1666 eine Art Abschluss fand, der jedoch erst 1678 diekaiserliche Bestätigung erhielt. Den vollkommenen Abschluss dercleveschen Erbschaftsfrage sehen wir erst im Jahre 1815, als Preussendurch den Wiener Kongress das gesammte Erbe Jülich, Cleve undBerg zugesprochen wurde.

Es war natürlich, dass der Zorn der Gegner des HausesBrandenburg sich besonders heftig gegen Stephan wendete, der

*) Testament Stephan's im Archiv zu Liebenberg.