Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
23
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die Brandenburgische Macht noch zur Zeit ein ungefasstes Werkund angehende Sache, so noch zur Zeit leichtlich könnte hinter-trieben und aufgehalten werden.» Näher zum Ziel führt nun dasSündenregister Brandenburgs, welches der Vicekanzler aufzählt;wie Brandenburg Preussen dem Reich entrissen und der Krone Polenzum Lehn gemacht, «wofür Markgraf Albrecht in die Acht undOberacht erklärt worden sei, auch alle seine Nachkommen imRömischen Reich aller Anwartungen und Erbschaften für verlustigerklärt worden,» und vieles Andere mehr. Hieraus wird derSchluss gezogen, dass «Kaiserliche Majestät mit Grunde und Fugdem Brandenburger die Fürstenthume, deren obgedacht, abstrickenkönne. Damit aber dies recht angefangen würde und hierdurch dieKetzer sich zu verbinden keinen Anlass nehmen möchten, wäre einKunststück, sie uneins zu machen, und wie die Füchse ihre eigeneLand verderben lassen. Hierzu könnte bessere Gelegenheit nicht fallen,denn diese sich eräuget. Wir haben von den sächsischen Abgeschicktenverstanden, wie der Kurfürst auch zu diesen Landen gern eine An-sprache nehmen wollte, aus dieser Ursach, dass sein Eitervater undAhnherr Albrecht, Herzog zu Sachsen etc., die Anwartung vom KaiserFriedrichen ungefähr vor 340 Jahren und darüber erlangt, nehmlich aufAbfall des Jülich'schen und Bergischen Stammes.» Nachdem nun dieAnsprüche Sachsens einer Prüfung unterzogen und als nichtig dar-gestellt sind, wobei der Kanzler zu dem Resultat gelangt, «dass esSachsen weniger darum zu thun sei, selbst das Jülische Land zubekommen, als darum, dass es Brandenburg nicht behalten möge»,werden nun die Mittel angegeben, «da es vonnöthen diese Miss-gunst nicht allein zu vermehren, sondern Sachsen gleichsam fort-zutreiben; es gerathe nun unter ihnen zur Transaktion, zum Disputoder dergleichen Mitteln. So könnte hieraus der katholischenKirche und dem Hause Oesterreich trefflicher grosser Nutze entstehn,

wenn nur Fleiss angekehrt wird alsdann miisste Ihro

Majestät anfangs die Güte zu versuchen nicht unterlassen, beideParte anhero zu bekommen und zum Frieden zu ermahnen Fleissanwenden, inmittelst bei beiden Theilen in geheim es unterbauen,damit Ihro Majestät die Lande durch einen Wechsel an sichbringen und alle Theile gütlich abfinden könnte.» Schliesslichkommt Strahlendorff zu dem Schluss, «der Kaiser möge Branden-