Goch und Weeze symbolisch in Besitz zu nehmen. Zwischen6 und 7 Uhr Abends kamen die Reiter in Uedem an, ritten durchdie Stadt und wiederholten am Thore das frühere Verfahren durchOeffnen und Schliessen und durch Anschlagen des Wappens unddes Besitzergreifungs-Patentes; dann begaben sie sich nach demHause Loo, um dort zu übernachten.
Am folgenden Tage, um 5 Uhr Früh, begann Hertefeld mitder Besitzergreifung des Hauses Loo und setzte dann seine Reisefort. Abends zwischen 6 und 7 Uhr langte er vor dem RatingerThore zu Düsseldorf an, welches noch nicht geschlossen war. Erstieg vom Pferde, schloss das Thor, öffnete es wieder und pro-klamirte mit lauter Stimme die Besitzergreifung im Namen desKurfürsten und der Kurfürstin von Brandenburg. Hier erhielt erdie Nachricht, dass der Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Neuburgjeden Augenblick erwartet werde, weshalb er sich beeilte, zumSchloss zu gelangen, wo er jedoch die Thore verschlossen fand.Die Ankunft des Brandenburgischen Bevollmächtigten hatte nämlichunter den fürstlichen Rathen grosse Sensation verursacht und denBeschluss veranlasst, vorläufig auf nichts einzugehen, was sie späterkompromittiren könnte. Hertefeld verlangte Einlass in das Schloss,der ihm jedoch verweigert wurde, so dass er die Besitzergreifungsymbolisch ausführte. Er ritt nun weiter zur Kanzlei, stieg vomPferde und trat ein, kehrte aber gleich darauf wieder zurücköffnete und schloss die Thüren und proklamirte die Besitznahmedes Gebäudes mit allen darin befindlichen Akten und Archivaliender Herzogthümer Jülich, Berg und der Grafschaft Ravensberg,welche hier aufbewahrt wurden. Es war unterdessen Abend ge-worden und die Strassen füllten sich mit Bürgern, welche staunenddem Verfahren des Brandenburgischen Commissarius zuschauten.Hertefeld hielt es für gerathener, nun die Stadt zu verlassen undwollte durch das Flingerthor ausreiten, fand es jedoch verschlossen.Längs der Wälle eilte er zum Bergerthor, welches noch nicht ge-schlossen war, und ritt hinaus. Als er aber an der Pallisadirungvor dem Thore ankam, sperrten ihm die Soldaten der Thorwacheden Ausgang «durch Vorhalten der Feuerrohre und Hellebarden»und äusserten, dass sie von den fürstlichen Rathen den Befehlerhalten hätten, bis auf weiteren Bescheid Niemand zu Pferde aus-