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zu den gerichtlichen Audienzen bestimmt war, öffnete die Thüredes Portals und klopfte an der Rathskammer an. Als Niemandöffnete, trat er ein und ging bis an das Fenster, aus dem man dieganze Niederung bis Emmerich und Warbeyen überschauen konnte,welche Ortschaften er dem Notar zeigte. Nun kehrten sie wiederzur Treppe zurück, Hertefeld öffnete und schloss die Thüre zuder Kanzlei-Sekretär-Stube und begab sich dann wieder an dasThor, wo er das Brandenburgische Wappen anschlagen liess unterder Erklärung: dass er hierdurch im Namen des Kurfürsten vonBrandenburg Besitz ergriffen habe nicht allein von der Kanzleinebst den sämmtlichen darin vorhandenen Akten und vom Archiv,worin alle Dokumente, die Regierung und Privilegien des Herzog-thums Cleve, der Grafschaft Mark und der Herrschaft Ravensteinbetreffend, deponirt wären, sondern auch von allen denjenigenStädten und Dörfern, welche er vorhin dem Notar gezeigt. Nungingen die Herren nach dem Schlosse, wo Hertefeld gleichfalls denThorring anfasste, das kleine Thor öffnete und schloss, dann indas Gebäude eintretend, bei dem zweiten Thore ein Gleiches thatund oben auf dem Schlosshofe seine vorige Erklärung wiederholte.Beim Hinaustreten aus dem Schlosse redete er die dort aufgestelltenSoldaten der Schlosswache an, eröffnete ihnen den Zweck seinesHandelns und erklärte, dass nunmehr der Kurfürst von Branden-burg ihr gnädigster Herr sei, worauf sie antworteten: «das sei einguter Herr, dem sie zu dienen bereit». Nun wurde auch hier derBesitzergreifungs-Akt mit Anschlagen des BrandenburgischenWappens an dem Schlossthore beendet. An dem Haag'schenThore der Stadt, wohin sich nun Hertefeld mit seiner Begleitungbegab, wurde ebenfalls das Wappen angeschlagen und die Besitz-ergreifung proklamirt.
Für die Stadt Cleve glaubte nun Hertefeld seinem AuftrageGenüge gethan zu haben, weshalb er sich beeilte, auf dem be-gonnenen Wege fortzufahren. Mit Notar und Zeugen ritt er nachKermesdal, zeigte dem Notar die Städte Griethausen, Calcar, dasSchloss Monterberg etc. und nahm sie «visu et aspectu» für denKurfürsten in Besitz; dann ritten sie weiter nach Uedem. Unter-wegs «an der Plackmyt», zwischen Bierss und Schneppenbaum^wurde angehalten, um die von dort aus zu erblickenden Städte