ZU DEN BRIEFEN XX. XX [ 343
von Jülich, Ludwig VI (Irmengards Vater) und dessen Neffe Ludwig VIIIGrafen von Öttingen wurden im Octobcr 1830 von Kaiser Ludwig alsGesandte an Benedict XII beglaubigt und trafen am 31 Januar 1337in Avignon ein. Vgl. CMüller Kampf Ludwigs d, IL 2, '28//'. 33. 36.40/. 274//'. Steht etwa der Aufenthalt des Pfalzgrafen Ruprecht undLudwigs VI von Öttingen in Avignon mit Heinrichs Besuch in Neuhofenin Beziehung ? Es ist kaum su hoffen, dass die mannigfachen Fragezeichen,die, sich an diesen Brief knüpfen, je genügend werden beantwortet werden.1 Vgl. XLI, 1. XLIT, 1.
25 verschricket = verstricket vgl. AL 02, 15. Mgst. 2, 580, 20.20/. Vgl. Anm. zw IV, 26/.
35/ zem Neuwen liotf, der lit ain weil von Spir. Der Name Neu-hofen (Nova Curia) deutet auf jüngeren Ursprung des gegenwärtigenDorfes in der bairischen Rheinpfalz zivischen Mannheim und Speier(Bezirksamt Speier, Landgericht Ludwigshafen) durch den Gegensatz aufdas eingegangene Medenhcim. Am 30 März 1330 bestellte Ludwig d.U.den sjicirischcii adligen Bürger Gottschalk Schaff zu der Ecke und dessenErben zu ordentlichen Richtern über Neuhofen. 1349 wurde die demPfalzgrafen Ruprecht I zugehörige Burg Neuhofen mit Affolterloeh, weilsie raubsüchtige Bitler und Waffenknechte, namentlich die GehrüderAlbrecht und Heinrich von Eliinkeim, zum Schlupfwinkel benutzten,die nach Worms hinabziehenden Kaufleute zu überfallen und auszu-plündern, von Karl IV erstürmt und geschleift. Die Burg scheint nichtwiederhergestellt worden zu sein, da in einer Urkunde vom Jahre 1380von dem Platze geredet im'rd, auf dem sie stand. Noch 1785 warenTrümmer der Burg sichtbar. — So viel wol darf aus den sonst nichtimmer übereinstimmenden Berichten über Neuhofen als sicher entnommenwerden. Vgl. MFrcg Versuch einer geogr.-hist.-statistischen Beschreibungdes k. bair. Rheinkreises 2 (1830), 204—210. FrXRemling Gesch. derBischöfe zu Speier 1, 012/ Gärtner Gesch. d. bair. rheinpfälzischenSchlösser 2, 310—312. JG Widder Versuch einer vollständigen geogr.hist. Beschreibung der knrfürsll. Pfalz am Rhein 2 (1780), 384—388.
30 da ist mein frau die bertzogin mit husz. Wer gemeint ist,vermag ich leider mit Sicherheit nicht zu sagen, aber einer Vcrmuthwngmöge wenigstens Raum gegeben werden. Es liegt nach dem zu 35/ Be-merkten, nahe, cm eine Pfalzgräfin zu denken, die ja auch den Titel einerHerzogin von. Baiern führte. Vielleicht meint IIvN Irmengard, dieTochter des Grafen Ludwig VI (nach älterer Genealogie VII oder IX),von Öttingen, den Ludwig d. B. wiederholt (so auch im Frühjahr 1330)als Gesandten an die Kurie nach Avignon beglaubigte, aus dessen zweiterEhe mit der Gräfin Agnes von Würtembcrg. Ihre Verheirathung mitdem Pfalzgrafen Adolf Simplex, dem Sohne Rudolfs I und BruderRuprechts I geschah, um das Jahr 1320 auf eifrigen Betrieb von dessen