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GRAFEN V. WARTENSLEBEN.
bei Rinteln liegt. Von diesem Sitze aus verbreitete sieb die Familie,welche ursprünglich Bartensieben geheissen balle., nach Sachsen, Bran-denburg und Oesterreich und wurde an Gliedern und Besitz reich. Das1706 ausgefertigte Reichsgrafendiplom giebl an, dass das Geschlechtderer v. Wartensleben bereits seit 1000 Jahren bestanden habe unddass zu Kaiser Carls des Grossen Zeiten der Uhrahnherr desselben Comeset armiger genannt, auch als edler Herr mit Schild und Helm begnadigt,später auch von diesem Geschlechte die Grafschaft Schwerin besessenworden sei. Biese Angaben des Diploms gründen sieb auf die alterChronisten. Um 524 (s. die Chronik des Enzelius) waren bei demKriege zwischen dem König der Franken Theodorich und dem KönigErmenfried von Thüringen, welcher Krieg mit der Vertreibung des Letz-teren endigte, die Sachen unter dem Heerführer Bartonbald Ersteremzu Hülfe gekommen. Bei der Theilung von Thüringen wurde denSachen das Land bis zur Unstrut und zwei Unterheerführern derselben,Alf und Bardo — Stammvätern der Familien Alvensleben und Bartens-ieben — grosse Landflächen überwiesen. Aus dem Hause Bardo machtespäter Kaiser Carl der Grosse, am Osterabend, so lesen wir, edle Herrenv. Bardeleve und bestätigte im Wappen derselben den springenden Wolf.— Was den Besitz der Herrschaft Schwerin anlangt, so wurde, wieman annimmt, Gunzel v. Bartensieben 25. Mai 1159 von Heinrich demLöwen, Herzog von Sachsen, in Folge des Sieges über Nicolol, Königder Wenden und Obetriden, wegen seiner Tapferkeit, zum Statthalterüber die überwundenen Meklenburger in der Stadl Schwerin eingesetzt.Als Nicolots Solnie, dem König Primislaus, 1161 die meklenburgschenLande, mit alleiniger Ausnahme der Grafschaft Schwerin, wiedergegebenwurden, verzichtete derselbe auf diese Grafschaft zu Gunsten des Gunzelv. Bartensieben. Letzterer sah sich hierdurch im Besitze der Grafschaftgesichert und trat daher 1174 das Stainmgut an den jüngeren Bruder,Hermann, ab. Gunzels Nachkommen blieben bis zur 7. Generation imBesitz von Schwerin. Da erlosch 1360 mit Otto, Rosa genannt, derMannsslamm, und die Grafschaft Schwerin kam durch Vermählung derErblochter, Richardis, mit Albrecht (IL), Herzog zu Meklenburg undKönig von Schweden, an Letzteren und ist seitdem stets bei demHause Meklenburg verblieben. Auf diese Vorgänge gestützt., wurdeunstreitig bei Erlheilung des gräflich v. wartenslebenschen Wappens derweissgekleidete Arm auf den linken Helm (s. oben) gestellt. Der Schmuckdieses Helmes ist diplomgemäss angeführt worden. Dass, wie Einigeannehmen, am Zeigefinger ein Ring zu sehen sei, ist im Diplom nichtangegeben, auch ergiebt denselben nicht die bekannte vorn Präsidentenv. d. Hagen, dessen Gemahlin eine Gräfin v. Wartensleben war, her-rührende Abbildung in v. Meilings Werke. Im Wappen des grossherz.Hauses Meklenburg findet sieb übrigens in der drillen Reihe rechtswegen der Grafschaft Schwerin in Roth ein aus einer silbernen Wolkehervorgehender, in Silber gekleideter Arm, welcher mit dem Daumenund Zeigefinger der Hand einen goldenen, mit einem Edelsteine besetztenRing emporhält.