GRAFEN V. RADOLIN RADOHNSKI.
239
schluss des vereinigten Landtages festgesetzt, und die Namen derer,welche diese Auszeichnung erhallen, in die Gonstitutiones Regni ver-zeichnet, damit dem alten ritterlichen Ursprünge der polnischen Hauserkein Abbruch gethan werde. Die Familie Leszczyc hat nie einen frem-den Stamm auf den ihrigen pfropfen lassen, und so sind denn, waseinzig in den Annalen des alten polnischen Adels dastehen dürfte, allediejenigen, welche das Wappen dieses Geschlechtes führen, unter welchemBesitznamen dieselben auch vorkommen mögen, Abkömmlinge der männ-lichen Ahnen des Hauses und Zweige des nämlichen Geschlechts, welchenur ein Haus bilden. — Seit der Mitte des 11. Jahrhunderts führteder älteste Zweig des Hauses Leszczyc den Titel: Grafen zu Skarssowund Herren zu Radolin. Aus diesem Zweige sind alle Nebenzweige undLinien dieses uralten Geschlechts entsprossen, welche durch die spätererblich gewordenen Namen ihrer Besitzungen sich unterscheiden. DieHauptzweige sind die der edlen Herren zu Plomiencow, auch Plomykowgenannt; zu Skolimow-Skolimowski; zu Kroloschyn-Krolowski; zuPonenlow-Ponienlowski; Mroczeck zu Lopuchow; zu Lubslowo; zuGullow-Gultowski, Grafen zu Racaez; zu Klonow-Ivlonowski; zu Rysing-Rysinski; zu Falant-Falendski; zu Jaskolsk-Jaskolski; zu Sieminiec-Siemienski: sämmllich erloschen; und die der edlen Herren zu Skar-zeszow-Skarzozewski und der Grafen zu Suminsce-Suminski, welche nochblühen. — Hatte auch die Dynastie der Lech in Polen aufgehört, sobehielten doch die Nachkommen Lechs unter der Piaslen-Regierung einesehr einllussreiehe und hohe Stellung, welche durch Tapferkeit im Kriegeund Gewandtheit in der Slaatslumde, so wie durch Pietät und Wohl-thäligkeil gegen die Kirche eine verdiente war. Die Zahl der aus dieserFamilie hervorgegangenen berühmten Krieger, Staatsmänner und Kirchen-fiirslen ist so gross, dass nur auf einige hier Rücksicht genommenwerden kann. Schon um das Jahr 1000 lebte, als Feldherr unter derRegierung des Mieczyslas I. und des Boleslas 1. berühmt, DerslausLeszczyc. — Petrus Leszczyc, von 1060 bis 1092 Erzbischof zu Gnesen,sprach, gestützt auf die Zustimmung des Papstes Gregor VII., gegenBoleslas IL, wegen des Mordes des Bischofs St. Stanislaus zu Cracau,1079 im eigenen Reiche den Kirchenbann aus und regierte das Reichdrei Jahre hindurch. — Imislaus I. Leszczyc, Graf zu Skarssow,welcher um das Jahr 1080 lebte und das Kollegium sacerdoLum oderdas grosse Seminar in Glogau stiftete, wird als erster Ahnherr derGrafen in Skarssow angenommen. Der Sohn desselben, Imislaus 11.Leszczyo, auch Haymo genannt, war 1120 Fürstbischof zu Breslau.Bernhard Leszczyc starb 1153 als Bischof zu Posen, und Gerwarderhielt 1176 den genannten bischöflichen Stuhl. Andreas 1., Senatorund Caslellan zu Kaiisch, gehörte zu der ersten Versammlung derBischöfe, Palatine und Castellane, welche unter Casimir II. 1190 einenpermanenten Senat bildeten; Wenzel kommt von 1194 — 1217 alsReichssenator und Castellan zu Krakau vor; Jarosius I., Senator undCaslellan in Posen, fiel als Befehlshaber der Truppen von Grosspolen1241 in der Schlacht bei Liegnitz, und Derslaw IL wurde bei der Ver-