Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

240

GRAFEN V. RADOLIN RAPOI.INSKI.

theidigung seines Königs Przeraislas II. auf Anstiften der Markgrafenvon Brandenburg 1296 auf der Jagd gelödlet. Gerward II., 130(1Bischof von Kujawien, zeichnete sich als Krieger aus, indem er ausKujawien die Tempel- und die deutsehen Ordensritter vertrieb, ging 1315als Botschafter an den päpstlichen Hof, erlangte von Johann XXII. eineNiclitigkeits-Bulle gegen die vom König Wenzel von Böhmen auf dieKrone Polens gemachten Ansprüche und erwarb die Erlaubniss für dieMonarchen Polens, sich wieder als Könige krönen zu lassen, welcheBerechtigung, des Königs Boleslas II. wegen, eingezogen worden war etc.

Was nun zunächst die späteren genealogischen Verhältnisse dergräflich Badolin-Badolinskischen Familie anlangt, so hinterliess GrafAdam I., Senator, Caslellan etc., mehrere Söhne, von welchen verschie-dene, oben schon erwähnte Linien des Hauses Leszczyc gestiftet wurden.Der älteste Sohn, Macuda Leszczyc Graf zu Skarssow und Badolin,wurde der directe Ahnherr der jetzigen Grafen zu Radolin -Badolinski.Aus seiner Ehe mit Anna Margaretha Herzogin in Oströg und Jaslawstammten zwei Söhne, von welchen der älteste, Matthias , den Stammfortpflanzte. Derselbe nahm mit seinem Bruder, dem in der polnischenGeschichte so hochberühmten Petrus zu Radolin, Fürstbischof zu Krakau,Canzler der Königin Hedwig etc., wie es Sitte wurde, den Namen einerder ihnen zustehenden Herrschaften, Radolin, als Geschlechtsnamen an,um seinen Zweig von den übrigen des Hauses zu unterscheiden, unddieser vererbte sich in gerader Linie bis auf die jetzige Zeit. Matthiaswurde 1400 Reichsseuator und erster Palatin zu Inowroclow und zeugtein der Ehe mit Barbara Gräfin v. Tarnow, neben einer Tochter, Barbara,der Gemahlin des grossen Zawisza zu Raznow und Garhow, mehrereSöhne, von welchen der ältere die Linie der Grafen v. Radolin Radolinskifortpflanzte, während der zweite, Johann, Herr auf Krot.oszyn, den Zweigder Leszczyc zu Krotoschin und Barcin Krolowski, welcher so rühmlichbekannte und hochverdiente Senatoren geliefert hat, und der jüngste,Herr in Magna-Skolimow, den jetzt erloschenen Zweig der Leszcz^c-Skolimowski gründete. Um diese Zeit wurde es, wegen der Streitig-keit um den Vorrang zwischen dem getilelten hohen Adel und den mitSlaatsämtern bekleideten Würdenträgern, durch die Gesetze streng ver-boten, die in den polnischen Familien üblichen erblichen Titel weiterzu führen. Es verlor sich also der Gehrauch der Geburtstitel, und auchdas hier in Rede stehende Haus führte den Grafentitel erst wieder, alsdasselbe unter andere Gesetze und unter kön. preuss. Hoheit kam.Aus der männlichen Nachkommenschaft des ältesten Zweiges des HausesLeszczyc zu Radolin lebte zu Ende des 16. Jahrhunderts der Urenkeldes Senators und Palatins Matthias, Stanislaus IL Leszczyc, Herr aufRadolin und Brudzewo, Starost zu Srem, verm. mit Anna Gräfin zuCzarnikau Czarnkowska aus dem Hause der früheren Herzüge zu Schloppe.Aus dieser Ehe stammte Johann IL, Reichsseuator und Caslellan zuInowroclow, verm. 1646 mit Maria Gräfin v. Rola. Der Sohn desLetzteren, Andreas IL, Reichssenator und Caslellan zu Krzywien, gest.1676, war in zweiter Ehe verm. mit Catharina Mycielska aus dem Hause