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GRAFEN V. MALTZAN.
federn hervorragen. Die Helmdecken sind rechts blau und golden, links rolh undgolden. —■ Mit der Bezeichnung: v. Mallzan, Reichsfreiherren zu I'enzlin und WOr-tenberg, findet sich in einigen Wappenbüchern ein Wappen vor, welches den Malt-zanschen Schild zeigt. Denselben, gekrönt mit der Freiherrenkrone und gehaltenvon zwei auswärtssehenden Greifen, zu deren Hinterpranken die Devise: Wachund Treu sich findet, umgiebt ein rother, mit Hermelin gefütterter, mit gol-denen Fransen besetzter, und mit goldenen Schnuren aufgebundener Wappen-mantcl, über welchem auf dem Wulste der Maltzausche Helmsclimuck sich erhebt,und zwar so, dass über fünf dreieckig zugespitzten Pfählen, grün, golden, roth,silbern und schwarz, sich sieben Pfauenfedern erheben. — In Lackahdriicken desfreiherrlichen Wappens findet sich bisweilen auch das Maltzansche Stammwappenauf der Brust eines doppelten kaiserlichen Adlers und das gräOiche Wappen zeigtmeist keinen Helm, sondern aus der Grafenkrone erheben sich zehn Pfauenfedernin zwei Reihen, je zu fünf.
Wappen der neueren Linie: Maltzan -Wcdell. Quadrirter Schild: 1 und4 das oben beschriebene Stammwappen der Familie Maltzan. 2 und 3 in Goldein schwarzes Kammrad mit 16 Zacken und mit schwarzem Querbalken in derMitte, vor welchem innerhalb des Rades bis an die Knie ein Mann erscheint,dessen Arme gestiimmelt und Hut und Kleid von Roth und Schwarz der Länge nachgctheilt sind, mit goldenem Hutband und Leibgiirtel (Wedell). Ueber der Grafen-krone stehen zwei Helme. Der rechte zeigt den Maltzanschen Helmschmuck, derlinke, mit einer Grafenkrone gekrönte, tragt den Mann, wie derselbe im 2 und 3Felde beschrieben worden ist (Wedellscher Helm). Die Helmdecken sind rechtsblau und golden, links schwarz und silbern, und den Schild halten zwei auswärts-sehende, gekrönte, schwarze Adler, deren Flügel mit goldenen Kleestcngeln be-legt sind.
Die Familie, aus welcher die Grafen v. Maltzan stammen, war immerdie bedeutendste der meklenburgischen Lande und gehört zu den älte-sten Geschlechtern des nördlichen Deutschland, da dieselbe seit 1194eine grosse und reiche urkundliche Geschichte besitzt, welche Lischseiserner Fleiss neuerlich in einem grossen Werke über die MaltzanscheFamiliengeschichte, welches Werk für die meklenburgische Geschichte sowichtig geworden ist, aufgeschlossen hat. Nach diesem Werke und nachder erwähnten Gelegenheilsschrifl dieses so gründlichen Geschichtsforscherserscheint der Stammvater der Familie, Bernhard, mit dem christlichenFamiliennamen Mallzan zuerst im Bisthume Ratzeburg 1194, also wäh-rend der Germanisirung der Wendenländer. Die Familie halte zuerst imBisthume Ratzehurg Güter, zog aber von hier immer weiter gegen Osten,zuerst in die Grafschaft und das Bisthum Schwerin, von hier schon inder ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, während der Kriege der mek-lenburgischen Fürsten mit den Pommernherzogen, nach Pommern undvon dort bald darauf in das Land Werle, wo sie seitdem reich begütertwar. Die ersten Glieder der Familie erscheinen jedoch nur im Bis-thume Ratzehurg, wo dieselben in der Pfarre Schlagsdorf Güter besassen.Hier liegt ein Gut Mollzahn, welches wahrscheinlich von der Familieden Namen führt: die Form des Namens dieses Gutes war in den älLe-sten Zeiten Mullsan. Auch in Pommern, in der Voglei Gummerow, derältesten Besitzung der Familie in Pommern, liegt ein Dorf Mollzahn.Nach der ältesten Form des Ortsnamens werden auch die ältesten Glie-der der Familie bis 1250: Bcrnhardus und Johannes de Mulsan, Mul-zian oder Multsan genannt. Es ist daher wahrscheinlich, dass die