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2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
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GRAFEN V. MALTZAN.

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Familie von dem Lelmgute Mullzan den Namen annahm, da die Bezeich-nung: von, de, in alter Zeil immer andeutet, dass die Familie vom erstenLehn den Namen trägt; dabei wird es aber immer wahrscheinlich blei-ben, dass ursprünglich das Gut vom Stammvater der Familie den Namenhatte. Seil Milte des 13. Jahrhunderts, seit Aultritt des urkundlichund sicher verbürgten Stammhalters Ludolph, nennt sich die Familiebis auf die neueren Zeiten beständig Moltzan, und zwar auffallenderWeise stets ohne: von (de): eine so ungewöhnliche Erscheinung, dasssie lieferen Grund haben niuss, der nur in der weiter unten anzufüh-renden Bedeutung des Namens zu suchen ist. Letzterer ist zweifels-ohne wendischen Ursprungs. Der Ton lag früher auf der letzten Sylbeund deshalb schrieb man auch im 17. und 18. Jahrhundert gewöhnlichMollzahn, wie auch jetzt noch die beiden obenerwähnten Dörfer gespro-chen und ausgeschrieben werden. Die Form Maltzan, hei deren Aus-sprache der Ton sich auf die erste Sylbe neigt, ist hochdeutsche Formdes Namens, und hat die alle wendische Form jetzt ganz verdrängt.Sie erscheint zuerst in den Schriften und Urkunden des ersten Frei-herrn Joachim (s. unten), von welchem die jetzigen gräflichen und frei-herrlichen Linien stammen. Einzelne Glieder der letzteren schriebensich bis vor Kurzem noch Maitzahn; seitdem aber historische Forschun-gen sicher ergehen haben, dass das h nur eine orthographische Eigen-thümlichkeit der letzten Jahrhunderte war, schreiben sich alle Familien-glieder Maltzan, wie von der gräflichen Linie stets geschehen ist. Wasnoch die Etymologie des Namens anlangt, so ist derselbe, nach dengründlichen linguistischen Forschungen Liscbs, ein Personenname, wel-cher einen Gottesverehrer oder Bewohner eines Tcmpelortes, und derOrtname Moltzan einen Ort bezeichnet, wo dieser Gottesverehrer wohnt.Zweifelsohne stammt der Name aus der wendischen Heidenzeit, in wel-cher Jeder nur einen Namen trug, der kein Familienname war, und derStammvater des Geschlechts Maltzan behielt hei der Christianisirung sei-nen Namen im frommen Sinne als Familiennamen hei. In diesem from-men Sinne wählte er wohl auch als Zeichen seiner Bekehrung und sei-nes Christenglaubens das ursprüngliche Stammwappen des Geschlechts:den Weinstock, mit welchem sich Christus vergleicht und welcherschon das ganze Mittelalter hindurch ein ungewöhnlich lebendiges Bilddes Herrn war. Die Hasenköpfe sind gegen Ende des 13. Jahrhun-derls hinzugekommen, und deuten nach Allem auf ein bisher nochnicht ergründetes Allianzverhällniss mit der 1494 erloschenen FamilieHasenkop.

Was nun die hier zu berücksichtigenden Grafen von Maltzan anlangt,so ergiebl sich aus anderen Quellen Nachstehendes: In Pommern erscheintzuerst und zwar, wie Einige annehmen, welches Jahr aber nach Obigemnicht gewiss ist, schon 1060 oder gar 10 10 Liidert (Lüden) v. Molt-zan, einer der ersten Edelleute, welche sich in Pommern zum christ-lichen Glauben bekannten, und welcher Schloss und Kirche zu Engel-münster gebaut haben soll. Aus seiner Ehe mit Gisela stammle Bolco,welcher das Geschlecht weiter fortpflanzte. Von seinen Nachkommen