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Margaretha Ebner und Heinrich von Nördlingen : ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Mystik
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HEINEICHS REDEWEISE LXXI

wigs des Baiern, Heinrich ein entschiedener Gegner; alsnach des Kaisers Tode Margaretha von Karl IV, dem 'neuenKönige als von 'seinem' (Heinrichs) Könige sprach, verwiesdieser ihr es mit den Worten, Karl sei nicht 'sein sondernder christliche König (LI, 79/f.).

Eine so weiche, ja weichliche Natur wie die Heinrichswird auch in der Bedeiveise üb er schwanglich, süsslich undtändelnd sein; charakteristisch hierfür ist u. a. HeinrichsVorliebe für Deminutiva und Composita mit minne (s. unterWortbildung). Während Seuses doch gewiss phantasie- undempfindungsvolle Sprache stets durchsichtig und natürlichbleibt, spielt Heinrich mit den Worten und lässt seinerPhantasie freisten Lauf. Nicht selten müssen wir schwül-stige und unschöne Bilder und Vergleiche neben anmuthigenmit in den Kauf nehmen.

Heinrich redet von der waggusze (IV, 31), dem innerstenMarke (Änm. m III, 25), dem gederm (XVII, 106) dergrundlosen Barmherzigkeit Gottes, von dem Abgrund seinerewigen Klarheit (V, 15), vom sanft verwundenden Speer seinerLiebe (IV, 50), von der wolgezicrten Arche, dem höchstenChore und dem prächtigsten Tempel seines väterlichen Herzens(LVI, 29); von den Morgengaben Jesu Christi (XVI, 49),in dessen getreuem Herzen die Auserwählten 'weiden (XXI,30), von der bühsen seiner heiligen Menschheit, in der erals wahrer Samariter die heilsame Arznei der Treue demVerwundeten reichte, der in die böse Gewalt der Schacher 'gefallen tvar (XXVII, 3ff.). Er spricht vom Weinheller desHerzens Christi, in dem alle Schätze der ewigen Weisheitund Kunst Gottes enthalten sind (XLII, 32/f.), von der celleseiner Wiederkunft, vor der tvir mit grosser Sehnsucht seinerwarten (XLII, 27/".), von dem meinreichen ascherkuchen seinesheiligen Leichnams und seiner Gnade (LI, 54/.), vom ln-siegel des Fronleichnams, gehängt an die Handfeste desheiligen Evangeliums (XVli, 98#.); vom wolschmeckendenMost (XLII, 24) und den süssen Früchten des heiligenGeistes (XVI, 48), die wir trinken und gemessen im Wem-