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Margaretha Ebner und Heinrich von Nördlingen : ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Mystik
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LXX HEINRICHS VERHÄLTNIS ZU MARGARETHA

(Anm. zu VII, 39//.) beMagen und für sie bei Gott Für-bitte einlegen wolle (VII, 37//'.). Margaretlm sah eben inHeinrich keine Schwächen, vielmehr fühlte sie sich unwürdigund zu Idein 'gegenüber dem vollkommenen Lichte, das ihraus Heinrich entgegenleuchtete (LXVII, 26/f.).

Glücklich preist Heinrich auch ihren Bruder und ihresonstigen Angehörigen; sie grünten, blühten und trügenFrüchte durch sie, so tvie es die Zweige thun am saftigenStamme aus ivol gedüngter Wurzel (XI, 56/f.).

Margarethas Briefe sind ihm ein Quell der Freude.Wie missmuthig er auch sein mag, sie richten ihn wiederauf, und ebenso verlässt ihn die Traurigkeit und er fühltsich wol, wenn er an sie schreibt (Anm. zu XIII, 29/f.).Bire Briefe erregen in ihm einen Streit zwischen Freudeund Jammer, zwischen Furcht und Begehren: die Furcht(Ehrfurcht) gebietet ihm Schweigen, die Begeisterung zwingtihn zu reden, mit ihr zu 'kosen. 'Ach wüsste ich', schreibter, 'was ich reden sollte, womit ich dich und Jesus Christusnicht betrübtet (XVI, 10/f. XXXIII, Uff. XL VII, bff.) undein ander Mal meint er, er könne ihr doch nichts schreiben,ivas nicht schon vorher ihrem Herzen durch den heiligenGeist eingegeben sei (L, 12/".); er bricht deshalb auch inseinen Briefen hie und da jäh ab und überlässt das weiteredem heiligen Geiste (XV, 29/.).

Beim Schreiben, beim Lesen ihrer Briefe entspringt inseinem Herzen ein sanft flicsscnder Brunnen, der dann mit'lustigen Thronen aus seinen Augen strömt und die Thränenwerden ihm zum Tröste (XL, 24//'.). Die Aufzeichnungihrer Offenbarungen verfolgte er mit lebhaftestem Interesse.Auch später noch, als der erste Theil bereits in seinen Händenwar, bat er Margaretha, wenn sie seitdem noch weitereshinzugefügt habe nach dem Willen und aus dem MundeGottes, ihm dasselbe zukommen zu lassen (LH, 56/f.)-

Nur in einem Punkte gingen bei sonst völliger Meinungs-gleichheit Heinrichs und Margarethas Ansichten ausein-ander. Margaretha war eine begeisterte Anhängerin Lud-