XLVIII HEINRICHS WIRKEN IN BASEL
Berufsgeschäfte in Basel über den Kopf wuchsen. In seinenBriefen klagt er bisweilen über die allzu anstrengende Thätig-keit, er käme vor lauter Predigen und Beichthören nichtmehr zu sich selbst und, zu innerer Andacht (XXXV, 67//'.).Ilie und da versäumte er sogar eine Messe oder Beichte,nur um einmal Briefe schreiben zu können (XXXIV, 57/f.).! Margarctha, die die etwas haltlose, bald überströmendebald niedergeschlagene Gemütlisart Heinrichs, wie es scheint,besser als er selbst kannte, hatte gleich im Beginn seinerBasler Wirksamkeit Sorge, dass dies neue Leben für Hein-rich nicht das richtige wäre und er dabei Schaden an sichselbst nehmen ■würde (XXXV, 53//'.). Heinrich Hess sichvon den Verhältnissen willenlos tragen und beherrschen,ohne ihnen ein inneres Gegengewicht zu bieten: ging es ihmgut, so fühlte er sich dessen unwürdig, andererseits war erunfähig, Missgeschick in Ergebung zu tragen und suchtedann Hülfe und Math bei andern, insbesondere bei Marga-rctha. Es konnte natürlich nicht ausbleiben, dass seinegünstige Stellung in Basel vielfach beneidet, er selbst baldangefeindet wurde (XXXII, 42). Bas Volk hing ihm an,aber von der Geistlichkeit hatte er wegen des Erfolges seinerPredigt und der Beliebtheit beim Publikum 'viel giftigerStössc zu erdulden (XXXIV, 85//.). Mit Bezug auf solcheLeiden schreibt er einmal an Margarctha, er bürde ihr denschwereren Theil seines Leidens auf, denn so viel Liebe siemehr besässc als er, so viel mehr vermöge sie auch zu er-tragen und zu dulden (XXXV, 72/f.); sie würde daher auchmehr als er die Frucht seiner Arbeit gemessen, ivcil sie sieliebreicher gesäet hätte (XXXV, 80/".). In einem früherenBriefe heisst es, er schreibe ihr über seine Leiden nichtum sie zu betrüben, sondern damit sie sich mit neuem Eiferzu Gott kehre für ihn, auf dass er es leichter trage, undauch für seine Feinde, dass Gott sich über sie erbarme(X, 20/?.).
Heinrichs Sehnsucht nach Margarctha bricht auch inden Briefen dieser Zeit immer wieder hervor. Ginge 'der