XLIV HEINRICH VON NÖRDLINGEN 1338
in Engelthal, die gleichfalls in tiefster Seele entrüstet war,als von Nürnberg, wo man Ludwigs Gesetze gut hiess, derBefehl nach Engelthal harn, die Nonnen dürften nur solchenPredigern in ihren Mauern Aufnahme gestatten, die 'öffent-lich sängen und läsen mit denen, die eu Nürnberg seien.Wäre sie frei und ungebunden ivic er, so schrieb sie anHeinrich, sie ivürde eher die deutschen Lande verlassen, ehesie das thäte. Heinrich war jeden Augenblick darauf ge-fasst, vertrieben zu werden; doch hatte er einstweilen nochdie Stimmung in Nördlingen für sich und die massgebendenKreise der Stadt versprachen ihm, seiner so lange als irgendmöglich schonen zu wollen (XXVI). Auch Margaretha Ebnerermuthigte ihn in dieser Zeit der Ungeivisshcit durch Trostund Zuspräche und Heinrich schrieb ihr, er habe die festeZuversicht, dass mit ihm nur geschehen würde 'in Zeit undin EivigJeeif, was Gottes Ehre sei; leider könne er jetztnicht persönlich zu ihr hommen, im Geiste sei er stets beiihr (XXVII).
Bald aber ivurde Heinrichs Lage kritischer. Er gingnach Augsburg, von ivo er mit den Worten des Psalmistenan Margaretha schrieb: 'Zittern und Furcht sind über michgekommen! — Die Fremden sind aufgestanden wider michund die Starken suchen meine Seele f Er sei vor denFürsten dieser Welt gewesen und ivürde von ihnen verfolgt,so dass er sich nicht mehr im Lande sicher fühle, woferner nicht singen wolle. Drei lange Wochen, wartete er inAugsburg 'und anderswo' auf die Ankunft seiner Beschütze-rinnen, der beiden Gräfinnen von Graisbach, und mehrerervornehmer Herren, ungewiss was aus ihm werden solle. Soweit aber ging sein Glaube an die Göttlichkeit der Offen-barungen Margarethas, dass er hoffte, von ihr zu erfahren,was er thun, was unterlassen solle und sie bat, ihm dieOffenbarungen darüber durch Boten zu melden (XXVIII).
Seine Absicht, selbst Margaretha zu besuchen, wurdevereitelt durch Unruhen, die bis nach Medingen drangen.Mehrere Nonnen — auch Elsbeth Schepach — 'fuhren aus',