XLTI HEINRICH VON NÖRDLINGEN 1335—1338
Margaretha empfand die Abwesenheit Heinrichs schmerz-lich und fühlte sich nun wieder völlig vereinsamt. Langeblieb sie ohne Nachricht von ihm. Ihre erregte Phantasiespiegelt sich in einem Gesichte, in dem sie von den zu Gotteingegangenen Seelen vernahm, Heinrich iväre bei ihnen;sie schloss daraus auf seinen Tod, bis eine neue Eingebungihr verbündete, durch sein Messelesen helfe Heinrich diesenSeelen im Fegfeuer, daher sei er 'bei ihnen (45, 16//.).Über ein Jahr verweilte Heinrich in Avignon; von seinemAufenthalte dort wissen wir nichts. Als Erinnerungsgabeschenkte er später der Freundin zwei von Avignon mitge-brachte Alabasterstatuen als Schmuck für ihren Altar, Mariamit dem Kinde und Katharina mit dem Bade darstellend,(Anm. zu XXX, 17/.).
Auf der Heimreise blieb er einige Zeit auf Burg Neu-hofen unweit Speier bei einer Frau Herzogin und wartetedort auf Reisegesellschaft. Von hier aus richtete er am8 Märe 1337 einen Brief (XXI) an Margaretha und kehrteunmittelbar darauf über Speier und Schwäbisch Gmünd wol-behalten und gut verrichteter Hinge nach Nördlingen zu-rück. Gern hätte er unterwegs in Medingen vorgesprochen;allein Medingen lag zu tveit vom Wege ab und so kannHeinrich im nächsten Eriefe (XXII), nachdem er sein Nicht-Jcommen entschuldigt, nur einen baldigen Besuch in Aussichtstellen. Ob dieser so schnell zur Ausführung kam, mussdahingestellt bleiben: die Offenbarungen Margarethas ver-zeichnen hierüber nichts.
Als sich Heinrich im Juli des folgenden Jahres 1338schon zu einem Besuche in Medingen rüstete, wurde er un-erwartet für den 8 Juli nach Kaisheim zum Äbte Ulrich IIberufen, der mit ihm über die Besetzung der zu Kaisheimgehörigen Pfarre Fcssenheim, für die Heinrich nach demTode des früheren Pfarrers Johannes von Ehingen in Aus-sicht genommen war, zu verhandeln hatte. Es waren da-mals mehrere Frauen aus Nördlingen, Freundinnen undSchülerinnen Heinrichs, unter ihnen eine Frau von Wilden-