AUS DEN OFFENBARUNGEN XXXVII
darstellend, von vier goldenen Engeln umgeben. In einerNacht sah sie einst das Kind fröhlich und ausgelassen inder Wiege spielen. 'Warum bist du nicht sittsam und stillund lässt mich nicht schlafen ?\ fragt Margaretha, 'ich hattedich doch so gut gebettet '. Da sprach das Kind: 'du sollstmich zu dir nehmen. Und Margaretha nahm voller Freudeden Ideinen Jesus (Jhesusliii 136, 15) aus der Wiege zusich auf den Schoss. 'Küsse mich nun, so ivill ich ver-gessen, dass du mir meine Ruhe geraubt hasf. Da umfasstedas Christuskind sie mit seinen Armen und halste undküsste sie. Etivas sonderbar berührt es freilich wieder, wennMargaretha dann von ihm Mittheilungen über die heiligeBeschneidung begehrt, die ihr aber erst später zu Theilwerden (90, 22ff. 100, lOff.).
Die Lebens- und Leidensgeschichte Christi bildet vor-zugsweise den Gegenstand ihrer Visionen. Margaretha er-fährt besondere Gnaden in des Herrn Gcburts- sowie inseiner Leidensstunde auf dem Olbcrg (Anm. zu 138, 1).Ihre mannigfachen Fragen über die Geburt und KindheitJesu 'werden ihr durch göttliche Eingebung beantwortet. Sienimmt daran Anstoss, dass Joseph das neugeborene Christus-Jcind in seine Hosen gehüllt haben solle, worauf ihr die Ant-wort ivird, Joseph hätte genommen, was ihn gerade zurHand geivesen wäre: es gäbe ja doch nichts passendes undwürdiges für das Christuskind. Sic fragt u. a. Christus,ob es wahr sei, dass er dem einen der heiligen drei Königeins Haar gegriffen hätte, wo die reichen Gaben der Königegeblieben seien, da er doch selbst so arm geivesen iväre.Das geringste Gut, antwortet Christus, passe nicht zumgrössten und höchsten Gute; er wäre nicht deshalb vomHimmel gestiegen, um sich irdischen Reichtums zu freuen.Seine Mutter hätte jene Gaben an arme Leute vertheilt (99,15—101, 17).
Aber wichtiger als ihr Seclenverhehr mit Gott sind ihreBeziehungen zur Zeitgeschichte. Sie nimmt innigen Antheilan der liedrängniss der Christenheit, auf der das Interdict
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