XXXVIII MARGARETHAS BEZIEHUNGEN ZUR ZEITGESCHICHTE
schwer lastet; die Abendmahlsfrage ist ihr ein Gegenstandernstester Erwägung, über den sie uns ihre Ansicht aus-führlich mittheilt (35, 23#. 102, 2bff. 139, lOff. und die An-merkungen). Besonders erivahnensiverth aber ist MargarethasInteresse für Ludwig den Baiern. Für ihn zeigt sie indirectem Gegensatz zu Heinrich von Nördlingen die auf-richtigste Theilnahme. Sie betet für ihn um Erlösung vonäusseren und inneren Nöthen und erwirkt ihm durch ihrGebet ein längeres Leben. Im Traume sieht sie ihn wan-deln unter dem Schutze Gottes, der ihn nicht verlassen tvilliveder hier auf Erden noch dort im Himmel, und sie ver-nimmt über ihn die Worte 'Adorabunt cum omnes reges,omnes gentes servient ei. Die glückliche Rückkehr desKaisers von seinem Römerzuge (1327—1330) wird ihr vor-aus verkündet. Bei seinem Tode (11 Octobcr 1347) bittetsie für seine Seele und erhält von Gott für sie trotz grosserSchuld die Verheissung auf ein ewiges Leben, weil Ludwigihn lieb gehabt und im Herzen getragen habe: 'menschlichesUrtheil sei nicht immer das richtige^ (Anm. zu 6, 4). Auchvon Ludwigs treustem Helfer Konrad von Schlüsselberg(t 14 Sept. 1347) ward ihr die Eingebung, seine Seele habedie 'ewige Sicherheit^ empfangen, doch liege er noch so tiefin der Strafe, dass er ihren Gebeten unerreichbar wäre(150, 11/7'.)- Über das gemeine Sterben im Jahre 1348 wirdihr offenbart, Gott habe es über die Menschen verhängttvegen der grossen Gebrechen und Sünden in der Christen-heit ; dass die Juden zunächst die Schuldigen und Anstifterdes Sterbens waren, stand auch für M.argaretha fest (157,24/f.)- Eines Ereignisses vom Raube zweier ungeweihterOblaten aus der Kapelle Maria-Stetten bei Mcdingcu er-wähnt Margaretha 116, 19/^.; der Bericht vervollständigtdas ohnehin grosse Material der an Hostien verübten Frevel-thaten, von denen die Deggendorfer Judenmetzelei aus demJahre 1337 die berüchtigtste ist.
Es begreift sich, dass der Ruf der hohen Begnadigung