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Margaretha Ebner und Heinrich von Nördlingen : ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Mystik
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XXXV
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MARGARETIIAS LEBENSWEISE XXXV

Streben nach der Wahrheit ist es, wenn sie oft ihren Ein-gebungen misstraut und besonders Träumen gegenüber sichskeptisch verhält. Nur dann schenkt sie den TraumgesichtenGlauben, wenn sie ihr noch lange darnach 'in grosser Gnadegegenwärtig bleiben (130, 9f. vgl. 90, 16/f.); sie ist stetsbesorgt, in den ihr zu Theil werdenden Begnadigungen seies vielleicht nur die eigene Sehnsucht nach ihrem Gotte, diesie glauben machte, Gott selber sei ihr erschienen (90, lff.).Ihr äusseres Leben suchte Margaretha dem innerenanzupassen. Sie übte Askese in Speise und Trank, kürztesich den Schlaf und beschränkte ihre Bede: die swige spieltin den Aufzeichnungen eine besonders grosse Bolle. Diegewöhnliche Klostcrkost schien ihr stets die beste Speise undwenn andere Schwestern dies oder jenes bemäkelten, empfandsie es nie mit (35, 8ff.). Sie versagte sich später ganz denFleisch- und Fischgenuss, nachdem sie einmal während einerKrankheit solchen Abscheu gegen Fleisch gespürt hatte, dasssie darin Gottes Willen, sie solle es fortan nicht mehr ge-messen, zu erkennen vermeinte (79, 26/". 47, 9ff.). WieSeuse enthielt auch Margaretha sich des Obstes, obwol siees gern ass (79, 21 f.). Dreissig Jahre lang trank sie keinenWein (79, 22), der Genuss des Wassers war ihr so süss,dass sie nicht begriff, wie nicht alle Menschen dem Wasserden Vorzug vor allen andern Getränken gäben (136, lff.).Auch das Waschen und Baden unterlicss sie, ohne dass esihr geschadet hätte (79, 23/f.); aber Unsauberkeit in Klei-dung, Speise und Trank konnte sie nicht ertragen, Siehatte eine Abneigung gegen allen Zierrat und Butz an sichselbst wie an Andern, weil vor Gott doch nur unschuldvolles,wahrhaftiges und tugendreiches Leben zu zieren vermöchte.So ivar auch ihr Lager von einfachster Beschaffenheit. Alsdie Schwestern einst der Kranken ein Kissen unterlegten,glaubte sie von Gott Worte der Missbilligung zu hören:es zieme sich nicht für eine Braut Christi, sich auf Federnzu betten; wenn sie stürbe, dürfe sie nicht auf solchem Lager