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Margaretha Ebner und Heinrich von Nördlingen : ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Mystik
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XXXIV MARGAltETHAS WESEN

Zeit der Erquiclmng und Stärkung in ihrem leidgeprüftenLehen (Anm. zu 16, 3); zudem empfängt sie selbst wieder-holt durch Gott Eingebungen über die hohe BegnadigungHeinrichs (76, 625. 103, 16//. 143, Sff. vgl. 26, 19/f.).

Von ihrer Leidensgeschichte und ihrem geistigen Ver-kehr mit Heinrich von Nördlingen giebt uns Margarcthain ihren Offenbarungen einen treuen Bericht nach regelmässig' geführten Tagebüchern, die sie später auf Heinrichs Bittenzu grösserer Einheit verband. In den Erlebnissen selbstwie auch in der Art ihrer schriftlichen Fixirung liegt eszum Theil, wenn Margarethas Schilderungen monoton sindund viele Wiederholungen aufweisen, die um so mehr er-müden, da Margaretha nicht im Stande ist, durch die Dar-stellung den eng begrenzten Inhalt ihres visionären Lebensivenigstens äusserlich zu beleben. Ihr Stil ist trotz gelegent-lich eingeflochtener Heime und Assonanzen (Anm. zu 69, 23ff.)höchst ungewandt und schwingt sich nur einmal zu bild-licher Redeweise auf (122, 10//. vgl. auch Brief LXVII).Bennoch enthalten ihre Aufzeichnungen als Beiträge zurKenntniss der mittelalterlichen Frauenbildung und desmystischen Lebens in den -weiblichen Klöstern manche nichtuninteressante Züge.

Weichheit der Empfindung (10, 2/f. 10//.), angeboreneBescheidenheit (16, 9//. 16, 12. 26, 16//. 78, llff. i48, If.)und gottvertrauendes Entsagen (13, 19/f. 17, 6/'. 25, bf.)bilden den Grundton ihres Wesens; sie ist von tiefer Friedens-und Wahrheitsliebe durchdrungen (17, 20. 129, 16//'. 156, bf.vgl. 28, llff.). Nur einmal scheint die Schwere des körper-lichen Leidens ihren Glauben an Gottes Barmherzigkeit er-schüttert zu haben. Margaretha ivar damals todtkrank undfühlte sich von Gott verlassen; der christliche Glaube ver-dunkelte sich in ihr und es befiel sie ein Zweifel, ob esdenn wirklich Gottes Werk iväre, das in ihr wirkte. Docheine derartige Anfechtung kam ihr nur vorübergehend unddas Bewusstsein des eigenen uns von Gott bezeugten gött-lichen Ursprunges löste alle Zweifel (125, 6126, 19).