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Margaretha Ebner und Heinrich von Nördlingen : ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Mystik
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XXXIII
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MARGARETHA UND HEINRICH XXXIII

bei ihr das Amt einer Dienerin oder Krankenpflegerin. WennMargaretha sich mit der Verstorbenen noch längere Zeit imSchlafe beschäftigte, so bestätigt auch dies nur die innigeFreundschaft, die beide Frauen mit einander verband; ihrGedächtniss ehrte sie dadurch, dass sie sich für gewisseTage und Zeiten Schweigsamheit auferlegte (19, 10/f.).

Längere Zeit bedurfte es für sie, um den Verlust zuüberwinden: erst als Heinrich von Nördlingcn, der getreueFreund Gottes (Arm. zu 16, 3), um den 29 October 1332mit Margaretha in Mcdingeu in Berührung trat, wurdedieser Schmerz durch seine tröstlichen Worte gelindert.Heinrich muss gleich beim ersten Besuch einen bedeutendenEindruck auf Margaretha gemacht haben; sie versprach sich darauf las st ihr Bericht (16, 3ff.) mit Sicherheit schliesseu nichts besonderes von der Begegnung, wurde aber durchsie um so nachhaltiger an Heinrich gefesselt. Die Verwandt-schaft ihrer Naturen kettete beide fest an einander und Mar-garetha wurde bald die Seelenfreundin und BeichttochterHeinrichs, auf den sie alle Gnadenbeweise, deren Gott sieselbst theilhaftig macht, deren sie sich aber unwürdig fühlt,herabwünscht (22, 16//'.). Wiederholt nennt Margaretha ihnihren Lehrer (22, 21. 25, 12), von Gott ihr zum Trost ge-geben (42, 18/: 45, 15. 72, 17. 83, 28); er ist es, dem sieallein ihre göttlichen Hingebungen anvertraut (26, Uff. 90,®1f.), der ihr bei jedem Besuch als ein getreuer Arzt (30, 3,vgl- Anm. zu XLVII, 24) neuen Trost in ihren mannigfachenLeiden zu spenden weiss (22, 22), und als im Jahre 1334auch Schwester Adelheid stirbt, da -ist es wieder Heinrich,'Gottes lieber Engel in dem Lichte der Wahrheit (24, 4),der ihr durch sein Wort alle Traurigkeit benimmt. Ihr ist,als iväre Heinrich von Gott aus dem Himmel gesandt, siefühlt sich durch seine Nähe geistig wie körperlich so leicht,dass sie der Erde entrücht zu sein meint; ein Bedürfnissnach Speise und Trank empfindet sie in solchen Zuständennicht mehr. Und so sind auch die späteren Besuche Hein-richs, die Margaretha jedesmal verzeichnet, stets für sie eine

Strauch, Margaretha Ebner. c