AUFZEICHNUNG DER OFFENBARUNGEN XXVII
Briefen Heinrichs so oft genannte Elsbcth Schepach, 1338Schaffnerin, seit 1345 Triorin von Medingcn {Arm. zu 90,11), und es harn der Theil der Offenbarungen zu Stande,der uns Margarcthas visionäres Lehen in den Jahren 1312bis 1344 in chronologischer Reihenfolge schildert (1,1—73,16).Ergänzend fügte Margaretha 73, 17—91, 12 Notizen über'ihre Lebensweise hinzu, soivie ausser einigen weiteren Offen-barungen und Eingebungen die Gründe, die sie zur Auf-zeichnung veranlassten. Heinrich von Nördlingen begrüsste■Margarcthas Schrift mit überschivänglichem Lobe. KeinWort, so schrieb er ihr, würde er weder in lateinischernoch %n deutscher Sprache daran zu ändern wagen, ehe ersie nicht nochmals und zwar zusammen mit Margarethagelesen hätte. Er ermunterte sie wiederholt zu weiteremSchreiben , etwa Vergessenes nachzuholen l ) , Neues hinzu-zufügen, und Margaretha verzeichnete nun regelmässig bisins Jahr 1348 ihre Gesichte (91, 13—161, 6). Auch dieseAufzeichnungen waren an Heinrich von Nördlingen gerichtet,wie aus der einmal nachweisbaren directen Anrede deutlichhervorgeht (der rede vil, der ich dir aller nifc gescriben kan147, Uf). Vg i XL, 59/f. XLI, 2-18. XL1I1, 35/f. LH, 56/f.Im Moment der Aufzeichnung — so man ez von mirund uz mir scriben wolt (114, 2/'.) — waren Margarethcniure geistigen Erlebnisse jedesmal wieder in gleicher Weiseffcgenivärtig, als sie ihr zuerst eingegeben wurden undzivar war diese Vergegenwärtigung so eindringlich, dassdie eine Begebenheit die andere zu verdrängen schien: sieKonnte nicht schnell genug schreiben vor der Fülle der Er-innerungen.
Dass M nicht von Margarcthas Hand geschrieben seinhann, wie dies eine Notiz in der Handschrift behauptet,steht fest. M geht vielmehr mit m auf dieselbe Vorlagezurück. War nun die letztere wirklich Margarcthas resp.
1) Auch hierher könnten 73, 17—91, 12 gerechnet werden.