XXIV DIE MAYHINGER HANDSCHRIFT
Das jetzt wol verlorene Original von m sowie eine Ab-schrift *) desselben standen Eysenhuet für seine Biographiezu Gebote. Er sagt in der 'Vorrede an Günstigen Leser,er habe die Lebensgeschichte der Margaretha Ebner ruaistensgenommen auß Margarethse selbst aignen, besehribnen LebensLauff, welcber nocb biß auff den heutigen Tag, nach je vndallzeit beständigen vnd vnverruckteu Wohn vnd Meinung,dergestalten von Margaretha verzeichnet, in einem vhralten,vnnd schier vnleßlichen Buch, auch dessen vhralten Abschriftzu lesen ist. Letzteres wie auch der Titel der Eysenhuet-sehen Schrift stimmen mit m im Wortlaut überein.
Die Mayhinger Handschrift, für deren Benutzung ichdem fürstl. Oettingen- Waller steinischen Archivvorstand Frei-herrn von Löffelholz verpflichtet bin, setzt an Stelle altcr-thümlichcr Wortformen die neuhochdeutschen, die ic/ t nichtimmer besonders angemerkt habe, m schreibt z. B. fastregelmässig liebe für minne, krankheit für siechtag, nihtfür nit, besser für baz, oft für dicke, ohne für an, ihnenfür in, zeit für wil, können für mugen u. s. w. Den Ab-kürzung sstrich — der Vorlage für n und m löst die Hand-schrift m stets als ri auf.
» Cgm 480 aus dem 15 Jahrhundert, nach einer Notizauf Bl. l a einst der soror barbare warrüßin professe in ce-nobio sanete Katherine ordinis predicatorum gehörig, enthalt
hat Bcnijle einen Theil des zweiten für den Eingang seiner Blumenlese(Das geistliche Leben* 1880) erneuert.
1) Maria Johanna von Myhlen, die Schreiberin von m, schrieb imJahre 1735 nochmals die Offenbarungen ab. Ausser dieser Abschrift, dievöllig mit m Bl. 1—86 übereinstimmt, besitzt Kloster^ Medingcn noch eingleichfalls su m sich stellendes Manuscript, dessen Überschrift Wunder-barlicher Lebensbogriff und heroischer Tugenden und himliseher Ein-flüsse Gnaden der sei. Jungf. M. v. Eb. Eine geborne NürnbergerinIhrer Profession ist gewesen Jungfrauenkloster Maria Mödingen Pro-diger Ordens in Schwaben unweit Dillingen die Buchstaben C. M. X.M. vorgesetzt sind. Die Offenbarungen schliessen in beiden Abschriftenmit Deo Gratias (Offenb. 161, 6 Jj'csarten). Bann folgt noch der Aus-zug aus Buddeus.