Beilage zum S. Stammbuchblatte.
Johannes Luther.
Johann Luther, welcher dem Vater v. Martin Luther als Kindbei Entwickelung seiner geistigen Fähigkeiten ungemein viel Freudemachte, wurde selbst in Briefen ?hit dem zärtlichen Namen lolmnnel-Ins, I^ntk>ernln8, Imtbercmln«, Hänsichen, Hänslein genannt.Der Vater nahm auch thätig an seiner Erziehung Antheil, und schriebdaher eine Kinderschrift an sein liebes Söhnlein, Hänsichen Luther.Ebenso gab er ihn zwar in den Unterricht und unter die Aufsicht einesHauslehrers iVI. Franz, (Vgl. Richters (Ion. Imtll. S. 372.) undHieronymus Weller (S. Ukerts Leben Luthers S. 193.), übte ihnaber auch durch eigene Aufgaben und hielt ihn zur Gottesfurcht an.Am 27. August 1542 kam er mit einem Briefe seines Vaters zu demRector Crodel auf die Schule in Torgau. Unter dem 27. Decemberdesselben Jahres erhielt der Sohn mit dem Rector Briefe, in welchenv. Luther seine Besorgniß ausspricht, es möge der Sohn durch dieMutter bei dem Tode der Magdalena zu weich gestimmt worden sein,und wünscht, daß er zur Ueberwindung des Schmerzes geführt werdeund nicht nach Hause komme. In einem andern erhält er die volleZufriedenheit des Vaters wegen seiner Studien und seiner Auffüh-rung. Vgl. Grulichs Denkwürdigkeiten Torgaus S. 120. Schonim vorhergehenden Jahre bekam er, wie Mayer in seiner Catharinav. Bora S. 75. erzählt, einen Brief datirt vom 1. September vondem jungen Herzog Johann Wilhelm aus Torgau mit Ermunterungzur Fortsetzung seiner Studien und mit dem Versprechen künftigerBeförderung. Am 23. Januar 1546 begleitete er mit seinenBrüdern den Vater nach Eisleben. Im Mai 1549 ging er mit