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liche Erben mit der Anwartschaft auf Sornzig belehnte. Denn derBischof hatte damals, als der kurfürstliche Gnadenbrief an Lutherausgestellt wurde, den 7. November 1581 sich noch nicht vermählt,obgleich er schon 21 Jahre früher zur evangelischen Kirche übergegan-gen gewesen sein soll. Er schloß erst im folgenden Jahre, am 11.Juni 1582, mit Agnes von Haugwitz einen Ehebund. Davon mochteindessen bei den Verhandlungen über Abtretung der Procuratur desHochstifts noch nicht die Rede gewesen sein. Auch fühlte der Kur-fürst sich wohl mehr verpflichtet einen Act der Gnade gegen die Fa-milie Luther zu vollziehen, deren Haupt Sachsens Stolz und Ruhmgeworden war. Er gab daher dem verdienten und würdigen Sohnedes Reformators mit seinen Nachkommen jene Anwartschaft auf denTodesfall des g. Bischofs, unter der Bedingung, daß er sich vorhernoch gefallen ließe, daß das Domcapitel zu Meißen den Genuß desGnadenjahres vom Kloster hatte. ILas diese Anwartschaftverleihungfür einen Erfolg gehabt habe, davon werde ich anderwärts zu sprechenGelegenheit nehmen. Hier gnügt es, auf die verwandtschaftliche Be-ziehung der Lutherschen Familie zu der Haugwitzischen hingewiesenzu haben, in Folge deren durch die erstere, der die Umstände weise be-nutzende Fürst, mit der letztern eine freundliche Vermittelung ver-suchte, welche 21 Jahre lang vergebens gewünscht worden und völligunterblieben sein mochte. So erscheint denn auch diese BerührungI). Paul Luthers mit dem g. Bischof Johann IX., einem gebornenvon Haugwitz, wenigstens als ein secundärer Beweis für die Ver-wandtschaft beider Geschlechter, welcher hier nicht unerwähnt bleibendurfte. Habe ich schon vorher gezeigt, daß die Familie von Bora eswünschenswerth finden mochte, bei geringerem Vermögen eine Tochterin ein geistliches Stift zu bringen, da sie auch einen Sohn als Vor-steher eines geistlichen Stifts untergebracht hatte; so würde sich darauswohl von selbst ergeben, daß Eatharina nur der Nothwendigkeit, nichtihrer Neigung folgend den Schleier genommen hatte, und sich ihrWiederaustritt schon dadurch, wieweit er nicht durch die bewegendenIdeen der Zeit bedingt wurde, unt so folgerechter erklären lassen. Esfehlen uns aber über die Zeit und Umstände ihres Eintrittes in dasKloster durchaus alle Nachrichten.