Beilage zum l. Stammbuchblatte
Kurze chronologische Uebersicht
der wissenschaftlichen und praktischen Lebensmomentev. Martin Luthers.
0. Martin Luther (oder wie er sich anfangs schrieb Luder, s.Keil u. Ukert) ward von seiner Mutter Margarethe geb. Lindemann,welche ohne ihren Mann, der in seinem Wohnort Möhra oderMans-feld (s. Ukerts Leben Luthers S. 50.) zurück blieb, nach Eislebenauf den Jahrmarkt gegangen war, dort in dem Hause, welches schonam 31. October 1663 in eine Lutherschule umgewandelt wurde, am
10. November Abends 11 Uhr geboren, und am Martinstage (d.
11. Novbr.) in der Peterskirche getauft (s. Richters (ZenealoAmVutlieroruin S. 148. Vgl. UnoeUini Vucl. Ilistnrioe zum 10.Novbr. lAMioii (ientiMI. S. 14. n. Kreyßigs Bibl. von Ober-sachsen S. 548.). Für das Geburtsjahr, welches die Mutter sichweniger gemerkt hatte, galt indessen stets das Jahr 1483, nach derVersicherung des jüngern Bruders, Jacob Luthers, gegen Melanch-thon. (Vgl. Neianobtb. veolmn. Th. IV. S. 548. nach derStraßburger Ausgabe von 1558. Richter a. d. a. St. und UkertS. 49.) Hier sind Melanchthons Worte selbst: „Haeo (nmter
illmtlieri) niibi »U<zuc>ties intorroK»Mi clo teinpore, Hno tiliusimtus est, resporillit, äiein et borrun so eerte ineinimisse, seä <Ie»nno llrillitsre. VckUrmsbat »Mein imtrim esse clie ckeeimoIVnvembriis noote xost liorsm unäeoimAin. — 8ecl frater einsI^enbns, vii bonestris et inteAer, opininnein tümiliss <le aet»tefi"U i'is b^ne Misse äicebat, n»tmn esse rrnnn a nMrrli (ibristi1483. Hierzu kommt Luthers eignes Zeugniß, das er auf einen derRathsbibliothek zu Danzig gehörigen hebräischen Psalter geschriebenhat: „Vnno 1483. imtus KAN." 14. M. L.
1488 besuchte er die Schule zu Mansfeld, als vierzehnjährigerKnabe aber, die der Nullbrüder oder Franziskaner zu Magdeburg, einJahr lang zu Eisenach aber, wo er sich erst das Brod durch Singenverdiente, dann in das Haus der Frau Ursula, der Wittwe Hans