104
jedoch durch ihn und Jonas ein Vergleich wegen des streitigen Kir-chenwesens zu Stande. Am 17. bleibt er auf der Grafen Bitte inseinem Zimmer, kommt jedoch Abends zu Tische, muß aber, weil ersich übel befindet, zeitig die Tafel verlassen. Er geht mit seinen bei-den jüngern Söhnen und dem Cälius auf sein Zimmer, tritt,wie gewöhnlich an's Fenster und betet. Aurifaber von Weimarkommt; da sagt Luther: „mir wird bange und wehe um dieBrust." Nun holt Aurifaber Arznei und ruft Jonas und Caelius.Luther nimmt Arznei und wird mit Tüchern gerieben. Hier sagt erdem Grafen Albrecht, der hinzu kommt: „Herr, es beginnt sichzu bessern." Nun legt er sich um 9 Uhr auf's Ruhebette und sagt:„Wenn ich nur ein halb Stündchen schlummern könnte,es würde besser werden." Er ruhte in der That 11 Stunden,als er aufwachte, sagte er zu den Anwesenden: „siehe, sitzet ihrnoch, mögt ihr euch nicht zu Bette legen?" Er selbst ginginseineKammcrmitdenWorten: „Wills Gott, ich gehe zu Bet-te" und Lateinisch: „In nmnus Ins« eoinmendc» «I>iiituin menin,ledeinisti mv Dnmine, Don« veritnti«" s„in Deine Hände befehleich meinen Geist, Herr, Du getreuer Gott, Du hast mich erlöset").Als er sich niedergeleget hatte, sagte er: „Dr. Jonas und iVl. Ca-lius und ihr Andern, betet für unsern Herrn Gott undsein Evangelium, daß ihm wohl gehe, denn das Conci-lium zu Trient und der leidige Papst zürnen ihm hart."Nun schlief er bis 1 Uhr, rief dann seinem Famulus Ambrosius einzu-heizen, obgleich das Feuer brannte. Jonas fragte ihn, was er em-pfände: „ach, Herr Gott!" erwiederte er, „mir ist so wehe;ach, lieber Dr. Jonas, ich achte, ich werde hier zu Eis-leben, da ich geboren und getauft bin, bleiben." Nunging er wieder allein in die Stube, sagte wieder: „in nmnu« Inasooinmendo «Mitum invmn, ledemikti me Domino, Don« vori-t-0 und legte sich, nachdem er 2 Mal auf- und abgegangen, aufdas Ruhebette, klagte über Druck auf der Brust, obgleich das Herzfrei war. Man holte 2 Aerzte, Auch Graf Albrecht und dessen Ge-mahlin kamen. Luther wiederholte: „mir ist sehr angst undwehe, ich fahre dahin, ich werde nun wohl in Eislebenbleiben." Jonas versucht ihn zu crmuthigen, weil Schweiß komme.Da sagt Luther: „ja, es ist ein kalter trockener Schweiß, ich