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Stammbaum der Familie des Dr. Martin Luther
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soll. Zur Erhaltung der Denkwürdigkeiten des Klosters trug übri-gens auch die Gewohnheit der Lehrer viel bei, daß sie im Sommerdie Landesschüler dahin führten und sie an dem Kloster Hymnensingen ließen, wie zum Beispiel von dem des Ambrosius den 8tenVers: Veni, relleniptor Pentium :c.

Am 7ten April waren die neun Nonnen angekommen, wieLuther unter dem 8ten April an Link meldet. Am 10ten bittet erbrieflich den Hofcaplan und Geheimschreiber vi. Spalatin umGaben von den Hofleuten für die Bemitleidenswerthen, und in einemandern Briefe richtet er an demselben Tage den alten Köppe auf,der besorgt wurde, als Luther keinen Anstand nahm, ihn öffentlichals den Zugführer der Nonnen zu nennen. Catharina v. Boranahm N. Philipp Reichenbach, der 1525 Stadtschreiber und 1530Bürgermeister ward, in sein Haus auf. Luther fühlte weder zu ihreine Hinneigung, noch überhaupt Lust in den Ehestand zu treten.Vielmehr war er ihr, weil sie ihm stolz schien, abgeneigt. Jedochwar er bemüht, für ihr Unterkommen zu sorgen. Denn als einjunger Patrizier von Nürnberg Hieronymus v. Baumgärtnernach seinem Weggang von Wittenberg in seiner Liebe, welche sie er-wiederte, zu erkalten schien, schrieb er unter dem 12. October 1524einen Brief (den 021. bei de Wette) an denselben; jedoch verge-bens. Hierauf ließ er ihr durch den U. Amsdorf den Hr. CasparGlatz, Pastor in Orlamünde antragen. Diesen aber schlug sie aus,weil er ihr nicht gefiel, woran sie gewiß wohl gethan hatte, da er einsehr heftiger Mann war, mit Obrigkeit und Gemeinde in Streit ge-rieth und deshalb seines Amtes entlassen wurde.

Amsdorf mochte ihr bei dieser Gelegenheit wohl ihre Lagevorgestellt, die Pflicht der Verehelichung, obgleich er sich niemals ver-heirathete, eingeschärft, vielleicht auch Standesvorurtheile vorgewor-fen haben. Unter dieser Voraussetzung kann man sich wohl erklaren,wie es kam, daß sie sagte, einen Antrag von Amsdorf oder Lutherwürde sie nicht zurückweisen.

Noch am 30. November 1524 schrieb Luther an Spalatin, daßer seine Abneigung zum Heirathen nicht überwinden könnte: wovonder Grund wohl in der Furcht liegen mochte, daß seine Zeit, welchein so vielen Geschäften aufging, durch häusliche Störungen ge-schmälert und das Werk der Reformation dadurch leiden möchte.