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Stammbaum der Familie des Dr. Martin Luther
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ein tüchtiges Werkzeug zur Reformation kennen lernte, ist unbe-kannt. In Torgau aber hatte damals der bekannte umherziehendeReformationspredigcr Gabriel das Feuer angefacht. Ob nun durchden Prior von Zeschau Luthers Schriften und Ideen in das KlosterNimbschen gekommen waren, oder auf einem andern Wege, die Be-antwortung dieser Frage ist jetzt durchaus nicht mehr zu lösen. Genug,daß Luther von der Stimmung der jungen Damen in NimbschenNachricht erhielt und darnach in aller Stille den Leonhard Koppezu handeln beauftragte.

Dieser fuhr nun mit einem Neffen und einem andern BürgerNamens Dommitzsch von Torgau, vielleicht ein Gebräude Bier,welches, wie erwähnt worden, die Stadt zu liefern hatte, nachdem Kloster Nimbschen, und nahm, wie es in der Chronik heißt,hinter Harings- vielleicht leeren Biertonnen 9 Nonnen als Rück-fracht (vigllin lesurreciicini« lloiuiniooe lloris nootui'nis, wieSpalatin in seiner Chronik bei Mencken II, 621 sagt) in der Nachtvom 4ten zum 5ten April mit: Magdalena v. Staupitz, Eli-sabeth v. Canitz, die beiden Schwestern Veronica und Mar-garethe, v. Zeschau, Laneta v. Gohlis, Eva v. Groß,Katharina v. Bora und die beiden Schwestern Ave und Mar-garethe, v. Schönfeld. Außerdem entflohen aber noch Ave v.Schönfeld, die Spalatin unter den Entführten nennt, (Luthernennt sie im 485. Briefe bei de Wette Gertrud v. Schel-lenberg, und Elisabeth v. Gaudlitz. Daher sich in dem Be-richt Spalatins über die Sache die Worte erklaren lassen:novem,iiuc> clnoclevlin ollierurit."

Wie die Flucht, die mit keinen Abenteuern verbunden gewesenzu sein scheint, bewirkt wurde, darüber erfahren wir von den Bericht-erstattern nichts. Nur Spalatin sagt, daß sie auf der Flußseite sichentfernt hatten. Auch hatte sich bis auf die neueste Zeit herab (1819)wo das nicht sehr hohe Fenster der nach der Mulde zu gelegenenCelle der Catharina v. Bora einfiel, die Sage erhalten, welchemir mein Vater, dem damals als königlichem Schulamtmann inGrimma die Aufsicht über das aus dem Kloster entstandene, zurLandesschule geschlagene Vorwerk oblag, in jener Zeit mittheilte,daß durch dasselbe die Flucht gegangen wäre, bei welcher Katharinaeinen Pantoffel, den man zum Andenken aufgehoben, verloren haben