Druckschrift 
[Hauptbd.] (1833)
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

Reclinungslegung, und aus den damit in Verbindung stehenden Verlusten der Stiftung, die obenAbsclin. 3. näher angegeben sind. Die Beendigung dieses unangenehmen Geschäfts erlebte er nurtheilweise; ernaimte jedoch noch kurz vor seinem Tode den Criminalactuarius Theodor Carl Cranzin Magdeburg zum Administrator. Er starb bereits 1819.

Nach seinem Tode ward durch einen Familienbeschluss vom S. Novbr. 1819 der damaligeSenior der Familie der Doctor Med. Köhler in Salzwedel zum Patron erwählt. Die Familie aberwünschte in derselben Zusammenkunft, dass demselben noch ein anderes Familienmitglied als Con-patron zur Seite gesetzt werden möchte, um ihm bei den immer mehr sich verwickelnden Angele-genheiten der Verwaltung kräftigen Beistand zu leisten. Die Wahl des Patrons fiel auf den Ober-Zoll - Einnehmer du Cros, der aber den Freiherrn v. Nordeck substituirte. Noch vermisste dieFamilie einen Rechtskmidigen im Patronat, der gerade jetzt bei den durch die Administration ingrosse Verwickelung gerathenen schwierigen Geschäften Bedürfniss schien; und so wählte dieselbeaus ihrer Mitte den damaligen Justizrath jetzt Land- und Stadtgerichts-Director Carssow zu ihremGeschäftsführer. Alle diese Wahlen wurden unter dem 26. Novbr. 1819 vom Königl. Pupillen - Col-legio genehmigt.

Vierte Periode.

Die gegenwärtige Verwaltung seit 1821.

Aus der kurzen geschichtlichen Darstellung der Verwaltung des Stiftungsfonds, wie sie sichin den 3 ersten Perioden gestaltete, ergeben sich unter andern folgende Resultate.

Das Patronat befand sich bis 1791 stets, die Administration meistentheils hl den Händeneines Gerchen. Eben so waren bis 1819 nur Gerchens die Lehnsträger. Alle diese waren Nach-kommen vom 2ten Sohn des Stammvaters, Nicolaus dem jungem, denn die männlichen Nachkom-men seines ältesten Sohnes Johannes waren bereits mit dem Stifter des Stipendiums ausgestorbenund die des jüngsten noch übrigen Sohns Joachims waren bald verschollen.

So weit das Patronat davon Nachricht hat, ist nur noch Ein Gercken übrig, mit dem derganze männliche Stamm wahrscheinlich aussterben wird.

Was die Art der Verwaltung betrifft, so befand sie sich hauptsächlich in den Händen desPatrons, der olme Ausnalnne von der Familie in Salzwedel ernannt wurde, auch mit wenigenAusnahmen in Salzwedel wolmte. Ihm stand der Administrator mit grösserm oder geringerm Ein-fluss zur Seite, der, mit Ausnahme des letzten Gercken, immer in Magdeburg wohnte. In seinenHänden befanden sich meistens die Acten. Die Geschäfte waren zwischen ihm und dem Patronnicht vertheilt, doch blieb dem letzten ausschliesslich die Anweisung der Stipendien und dem Ad-ministrator die Kasse. Wegen der grossen Menge Erbenzinsgrundstücke musste ein Glied derFamilie dieselben nach den gewöhnlichen Gesetzen zu Lehn nelnnen. Dieser Lehnsträger war häufigder Administrator, zuweilen aber auch ein dritter. Er hatte als solcher durchaus keine Geschäfte,als die bei Belelunmgen üblichen Gebräuche zu beobachten, die Verwaltung ging ihn, als solchen.Nichts an. Der 4te Anhang giebt eine Nachweisung von den Lehnsträgern.