Erster Abschnitt.
Leben des Domsyndicus Nicolaus Gerden, Stifters des Stipendiums').
J\*icolaus Gereken geboren am achtundzwanzigsten Februar fünfzehnhundert funfundfimfzigMorgens 5 IUir zu Salzwedel, war der Solin des Rectors der Neustädter Schule zu SalzwedelJohann GercJcen und Enkel des Bürgermeisters Nicolaus Gereken 3 ), der als Stammvater der Ger-ckenschen Familie anzusehen ist, insofern die Descendenten desselben durch das Testament desDomsyndicus Nicoläus G. an der Stiftung des letzten Theil nehmen. Nachdem sein Vater JohannG. 20 Jahr das Rectorat in der Neustadt Salzwedel verwaltet hatte, erhielt er 1575 den Ruf alsCanonicus Lector an der Domkirclie zu Magdeburg, und ward nachher Senior Canonicus an derKapelle Garigolphi daselbst. Seinen Solm Nicoläus erzog er mit Sorgfalt und Strenge, schickte ihn1571 auf das Stadt - Gymnasium zu Magdeburg und im Jahr 1573 nach llostock zur Universität,ein Jahr darauf nach Wittenberg , wo er 3 Jahr wahrscheinlich 4 ) Theologie studirte. Gleichnach seinem Abgange von der Universität ward er als Conrector in Stendal angestellt. Nachdemer 3 Jahr dies Amt verwaltet, nahm er 15S0 den Antrag eines Ilolstei nschen Edelmanns Bredav. Rantzow an, die beiden Söhne desselben auf die Universität Tübingen zu führen. Hier verweilte
1) Gfosstentheils gezogen aus der von dem Domprediger in Magdeburg D. Philipp Han bei der Beerdigung des Nikolaus G. ge-haltenen Leichenpredigt. Sie befindet sich im dritten Theile seiner in Druck gegebenen Leichenpredigten. Magdeburg 1616.
2) Im IGten und 17ten Jahrhundert schrieb sich die Familie Gericke , auch Geriehenes, in der 2ten Hälfte des 17ten Jahrh. kam
allmählig die Schreibart Gereken oder Gcrckerfs auf.
3) Nicolaus G. d, ältere, geboren 1501, war Gewandschneider d. b. Tuchhändler auf der Neustadt Salzwedel und kam in denRath wahrscheinlich 1530, wenigstens wird er zuerst bei diesem Jahre erwähnt. Zuletzt erscheint er 1574 in dem Verzeichnisseder Magistratspersonen, trat also wahrscheinlich wegen seines hohen Alters aus dem Rath. Er starb am 23. Februar 1579,78 Jahr alt. Er ist der Stifter des Gerckenschen Erbbegräbnisses in der Neustadt Salzwedel, indem er einen Platz auf derSüdseite der Catharinenkirche nahe bei dem Haupteingange zur Kirche kaufte und zu einem Begräbnissplatze für seine Descen-denten bestimmte. Bei der Verlegung des Neustädter Friedhofs im Jahre 1822 ward zwischen dem Patronat der GerckenschenFamilienstiftung und dem der Catharinenkirche nntcr dem ISten October 1822 ein Uebereinkommen getroffen nach welchemdie wirklichen Descendenten von Nicolaus G. d. ält. zwar keinen abgesonderten Platz auf dem Gottesacker erhielten, aberauf den ersten Stellen, ohne die übliche Abgabe an die Kirche für den Platz zu entrichten, beerdigt werden können. DasBildniss dieses Stifters des Erbbegräbnisses steht in Stein gehauen an der Aussenseite der Catharinenkirche hart an der Haupt-thür, dem ursprünglichen Erbbegräbnissplatze gerade gegenüber.
4) Wir sagen wahrscheinlich , denn die vorhandenen Nachrichtrn enthalten darüber Nichts. Dass er sich nachher dem Lehrfache
widmete, beweiset auch Nichts, da es bekannt ist, dass früher unter den Lehrern an den Gelehrtenschulen sich nicht selten Ju-risten, zuweilen auch Mediciner fanden.
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