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Augen treten, je mein- verdienen sie unsre Hochachtung und Bewunderung. So lange der NameNicolaus G. genannt wird, darf der von Sebastian nicht vergessen werden.
Doch wir kehren nach diesen allgemeinen Bemerkungen zurück zu einer möglichst gedräng-ten Erzählung dessen, was er tliat.
Sein erster Schritt war nicht dazu geeignet, seinen Muth zu erhöhen. Mit den schönstenHoffnungen reisete er nach Calbe an d. S., um die dort von Nicolaus G. deponirten Papiere inEmpfang zu nehmen. Wie gross musste sein Erstaunen und sein Unwille sein, hier von dem Pre-diger und dem Küster zu erfahren, dass der mit Documenten und Papieren angefüllte Sack, nach-dem er viele Jahre in der Sacristei gelegen, schon vor geraumer Zeit von Johann Linthe, der sichfür den nächsten Verwandten des Testators ausgegeben, abgeholt sei. Linthe, an den sich nunSebastian w r andte, leugnete dies nicht, gab aber vor, alle Papiere und Documente wären mit sei-nem Hause in Lenzen, wo er sie deponirt, ein Raub der Flammen geworden. Doch bald erfuhrSebastian, dass dies nur ein Vorgeben sei; indem zwei Schwiegersöhne des Linthe häufig versi-cherten, dass sie verschiedene das Testament betreffende Urkunden und Nachrichten in ihren Hän-den hätten. Sebastians fernere Bemühungen, diese Papiere zu bekommen, scheiterten indess gänz-lich. Es fehlte ihm also jedes Beweismittel für seine Ansprüche, die er hätte machen können.Dazu kam, dass ungeachtet der im Erzstift Magdeburg nach dem Westpliälischen Frieden ergan-genen obrigkeitlichen Befelde: die Ausgewanderten sollten wieder zu ihrem Eigenthum zurückkeh-ren, widrigenfalls ihre Grundstücke an andere überlassen werden sollten, doch nur sehr wenigevormalige Grundbesitzer sich wieder einfanden. Die wüsten Höfe winden demnach an Ilolsteinscheund andere Kolonisten, an entlassene Officiere und Soldaten gegeben, die grossentheils nach abge-laufenen Freijahren ihre Besitzungen verliessen. Ihnen folgten andere, die es theilweise eben somachten. Auch wurden nicht selten von den Obrigkeiten Aecker von dem einen Hof zu einemandern geschlagen, was auf die Ermittelung der Testamentsrevenüen einen hemmenden Einflusshatte. Da Sebastian seine Ansprüche durch Nichts beweisen konnte, so wollte auch Niemand ihmPächte oder Abgaben zugestehen. Daher benutzte er jede Gelegenheit, in der Stadt und auf demLande Erkundigungen einzuziehen, wo der Syndicus Nicolaus Gercken Pächte li. dgl. zu forderngehabt hätte, und fand er nur erst eine, wenn auch noch so geringe Spur, so setzte er seineNaclrforschungen unermüdet fort, bis er ans Ziel gelangte. Dabei kam es ihm sehr zu Statten,dass die meisten Aecker, die der Testator besessen, und von denen die Pächte entrichtet wurden,Lehne waren, und dass die Lehnsherrn die Erneuerung des Lehns urgirten. Er lösete daher mitvielen Kosten neue Lehnbriefe, trug die aufgeschwollenen Erbzinsen ab, bereisete nun die Aemterund Dörfer, und liess sich durch diese Lehnbriefe gerichtlich in den Besitz der Grundstücke setzen.Wegen der davon zu entrichtenden Pächte einigte er sich mit den Bestellern derselben so gut alsmöglich. Der Verlust, den das Stipendium dadurch erlitt, ist oben Abschnitt 3. näber nachgewie-sen. Auf diese Weise schloss er mit den 34Censiten, die in 16 Dörfern wohnen, in einem Zeit-raum von 4 Jahren die nöthigen Contracte ab, und beendigte dadurch glücklich das Geschäft.
Nach dem Testamente des Nicolaus G. sollte dessen Wittwe seine Schulden aus dem Nies-brauche seines Vermögens decken. Dies war nicht geschehen und es trat 1652 ein Creditor miteiner Forderung von 200 Rtlilr. Kapital auf. Durch richterliche Entscheidung wurde das Stipendium