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[Hauptbd.] (1833)
Entstehung
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derselben durch Schwägerschaft verwandten Johann Linthe, Amtsverwalter zu Stabenow bei Lenzenverwiesen, der sich ad interim der Verwaltung angenommen, ohne jedoch von der Familie dazuautorisirt zu sein. Sebastian wandte sich an ihn, theilte ihm den Familienschluss mit, nach wel-chem Linthe zum Mitadministrator ernannt war. Dieser, unzufrieden damit, dass er die usurpirteAdministration nicht allein führen und die Fonds wie bisher zu seinem Nutzen verwenden konnte(denn er hat nie Rechnimg von seinem Haushalten gelegt), machte dem jungen Mann mancherleiSchwierigkeiten, und konnte seinen Eigennutz gegen Sebastian nicht verbergen. Letzterer, entblösstvon Allem, was ihn nur einigermassen auf die Spur leiten konnte, der von dem ganzen Stiftungs-vermögen nichts weiter wusste, als dass es aus Kapitalien, Aeckern und Kornpächten bestehe, undeinsah, er verzehre nur unnütz sein Geld, fasste den Entscliluss, die Sache aufzugeben und sichnach Salzwedel zurückzuziehen, wo er im November 1647 wieder ankam. Mit seiner Abreiseschien auch die letzte Hoffnung zu schwinden, das Stiftungsvermögen zu retten, da der Mann, aufden die Familie ihre lezte Hoffnung gesetzt hatte, sich zurückzog. Die Familie indess, überzeugt,dass, wenn noch etwas gerettet werden könne, das nur durch Sebastian möglich sei, der beieinem hohen Grade von innerer Kraft, Uneigennützigkeit und Genügsamkeit allein den Kämpfen undEntbehrungen, die das saure Geschäft erforderte, gewachsen zu sein schien, gab die Hoffnung nichtauf. Linthe's Eigennutz, worüber man in Salzwedel mehrere Beweise sammelte, und dessen Schrift,in allen Gerichten gegen Sebastian eine Protestation per Notariuni einlegen lassen zu wollen, reizteden kraftvollen Jüngling zum Widerstand. Das Zureden der Familie kam dazu, welche religiöseGründe zu Hülfe nahm, und die eingezogene Nachricht: dass Nicolaus G. , erster Testamentarius,vor Magdeburgs Belagerung einen Sack voll Documente und Briefschaften in Calbe an d. S. depo-nirt hatte, entschied; und Sebastian entschloss sich:dem innerlichen Triebe seines Gemüths zufolgen, und sich als Werkzeug der Vorsehung, zu deren Ehren das Werk vorzüglich gestiftet sei,zu betrachten," wie eine alte Nachricht sich ausdrückt. In der Absicht, sicli häuslich in Magde-burg niederzulassen, verliess er Salzwedel im März 1648 wieder, und hatte das Glück, bei seinerAnkunft in Magdeburg als Secretair beim Collegiatstift Sebastian angestellt zu werden. Nicht langedarauf ward er Advokat beim Stadtgericht und Notarius publicus.

Seine Verdienste um die Stiftung sind unsterblich. Ohne ihn wäre vielleicht Alles verlorengegangen. Leider ist das Hauptdocument seiner Thätigkeit, das von ihm eigenhändig geführteTagebuch verloren gegangen. Dasselbe enthielt eine sorgfältige Aufzeichnung alles dessen, was erin Testamentsangelegenheiten an jedem Tage und es verging nicht einer, an dem er nicht fürdieselbe arbeitete vorgenommen und ausgerichtet. Von den vielfachen Verlusten an Gütern, Do-cumenten und Acten, die das Stipendium zu allen Zeiten erlitten, ist wohl keiner mehr zu bekla-gen, als der Untergang dieses Documents des eisernen Fleisses, der kräftigsten Energie, der bei-spiellosesten Ausdauer, Uneigennützigkeit und Entbehrung, womit er ohne Nebenrücksichten seinLeben darauf verwendete, um der Nachwelt eine fromme Stiftung zu erhalten. Er nahm mit einerelenden Wohnung vorlieb und lebte kümmerlich, bewies 32 Jahr hindurch als Advokat und Notarausserordentliche Thätigkeit und Anstrengung, um nur so viel zu verdienen, als er zur Deckungder bedeutenden Auslagen an Processkosten, Lehnserneuerungen, Reisekosten etc. bedurfte. Jeseltener uns Männer von solcher Uneigennützigkeit und Aufopferung für eine gute Sache vor die

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