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[Hauptbd.] (1833)
Entstehung
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Oberst, dass Nie. G. noch Geld herbeizuschaffen im Stande sei, als er ungeachtet der geleistetenZahlung ihn nicht entliess, um noch mehr von ihm zu erpressen. Als dies fruchtlos zu sein schien,liess er zu Erfurt um den unglücklichen Prediger einen Kreis von Soldaten schliessen und ihm an-kündigen, dass er erschossen werden sollte. In dieser verzweiflungsvollen Lage versetzte er eineObligation über 4200 Rthlr. und 600 Goldgulden bei einer Rathsperson in Erfurt für 312 Rthlr. underkaufte dadurch seine Freiheit. Bei seiner Rückkehr fand er Magdeburg in Trümmern, das platteLand von Einwohnern völlig entblösst, die Fluren wüste und imbestellt. Dass bei dieser Lage derDinge Nichts für das Vermögen der Stiftung geschehen konnte, liegt klar am Tage. Den erstenSchritt that JSicolaus G. darauf 1639, indem er unter dem 7. Juni sich an die Familie nach Salz-wedel wandte, den zerrütteten Zustand der Stiftung schilderte und dabei bemerkte, es werde Allesverloren gehen, wenn nicht ein ernster Schritt geschähe. Hierzu aber bedürfe es eines Vorschus-ses von 500 Rthlr.; wolle die Familie diesen.leisten, so hoffe er die Revenüen des Stipendiums zusichern. Aber die Schreckensgräuel des verheerenden Krieges hatten auch Salzwedel sehr hart ge-troffen, die Familie konnte und wollte sich auf ein solches Wagestück nicht einlassen. So langefeindliche Heere das Land durchzogen, war kein Eigenthum gesichert, Jeder dachte zunächst nuran seine und der Seinigen Erhaltung und an Sicherung seiner Habe vor den raubenden Horden, andas Stipendienvermögen dachte Niemand. Dazu kam, dass der Testamentarius Nicol. G. Magdeburgverliess, und eine Predigerstelle in Liickar annahm, wo er bald darauf starb.

Zweite Periode

Verdienste Sebastian Gerckens um die Stiftung 1647 1680.

Kaum zeigte sich eine Aussicht zum Frieden, als die Familie in Salzwedel ernstlich daraufdachte, einen tüchtigen Administrator nach Magdeburg zu schicken, um das Verlorne wo möglichallmählig wieder herbeizuschaffen. Aber wo den Mann finden, der sich dieser Arbeit aus reinemPatriotismus zu unterziehen Neigung, Kraft und Ausdauer in sich fühlte? Und er fand sich end-lich nach langem vergeblichen Suchen! Nachdem mehrere Familienglieder in Salzwedel, die sichsonst wohl dazu geeignet hätten, den Antrag abgelehnt hatten, veranlasste der Patron der Stif-tung Georg Gercken seinen in Königsberg studirenden Sohn Sebastian dadurch, dass er und dieganze Familie ihn auf die grossen Verdienste aufmerksam machte, die er sich um die Nachkom-men und um die gute Sache erwürbe, diese schwierige Arbeit zu übernehmen. Sebastian verliesssofort Königsberg; kam am 15. Aug. 1647 in Salzwedel an; erhielt unter dem 17. September vonder Familie die ausgedehnteste Vollmacht; und reisete in jugendlicher Begeisterung über das Herr-liche seines Berufs auf mannigfachen Umwegen denn noch immer waren die Strassen unsichernach Magdeburg, wo er am 20. October anlangte. Schrecklich war der Zustand, indem er Mag-deburg und die Umgegend fand! In der Stadt herrschte Hunger und Notli; auf dem Lande warAlles wüst und öde,so dass", wie er sich ausdrückt,an vielen Orten weder Ziege noch Bock,weder Hund noch Katze, geschweige Menschen zu finden waren, die das Land bauen und Päcliteentrichten, oder auch nur Nachrichten geben konnten". Papiere und Documente fehlten, auf derenGrund er seine Nachforschungen hätte anstellen können. Zwar hatte ihn die Familie an einen mit