Das altere H ildesheimsche Haus.
231
Herzöge von Braunschweig-Lüneburg das sogenannte große Stift Hildesheim,welches, nachdem das damit von Kaiser und Reich belehnte mittlere HausBraunschweig-Lüneburg, Wolfenbüttelsche Linie, durch den im Jahre 1633 erfolgtenTod des Herzogs Friedrich Ulrich erloschen war, dem Kaiser als eröffnetesReichslehn anheim gefallen, und dem Churfürsten Ferdinand von Cöln, alsBischof von Hildesheim zugesprochen worden, wiederum abgetreten. Ludwigvon Schwicheldt mußte sich jetzt als Geschlechtsaltester vom Churfürsten alsBischof von Hildesheim belehnen lassen, durfte also nunmehr unter den feind-lichen Königlich-Schwedischen Fahnen nicht langer bleiben, wenn er sich einerFelonie nicht schuldig machen wollte.
Als nachmals dieses Lehnsherrn Nachfolger, der Churfürst MaximilianHeinrich von Cölln als Bischof von Hildesheim seinen feierlichen Einzug am16. Februar 1652 zu Hildesheim hielt, führte Ludwig von Schwicheldt, alsErbmarschall des dasigen Stifts, den Zug der gesammten Ritterschaft undHosieute allda, wie aus der damaligen Einzugsordnung (Nro. 2^9) ersichtlich wird.
Ludwig verfügte sich in der Eigenschaft eines Erbmarschalls, nachdem derZug durch die Stadt auf dem Domhofe vor der Canzlei angekommen war, zuder Kutsche des Churfürsten, unterstützte denselben bei dem Aussteigen undbegleitete ihn bis zu seinem Zimmer. So oft der Churfürst nachmals wah-rend dieses Aufenthalts zur Messe gieng, trat Ludwig von Schwicheldt, einvergütetes, jedoch in der Scheide steckendes Schwerdt auf der Schulter tragend,vor ihm einher.
Für diese Ehrendienstleistungen begehrte Ludwig, außer dem vorgetra-genen Schwerdte, das ihm heikömmlich ohne Widerspruch gelassen wurde, auchnoch die Kutsche sammt den Pferden und deren Geschirr, womit der Churfürstseinen feierlichen Einzug gehalten hatte. Denn, sagte er, dem Erbmarschail