Das altere Hildesheimsche Haus.
211
ihnen lange, wegen des nicht zu leugnenden Thatumstandes, daß sie unter denFahnen des Churfürsten Johann Friedrich von Sachsen und des LandgrafenPhilipp von Hessen würklich gedient hatten, viele Schwierigkeiten in den Weglegte: so wurde ihnen doch endlich das Kaiserliche sichere Geleite und der WegRechtens bewilliget.
Jetzt brachte der Herzog im Jahre I5tl9 eine Klage bei dem Kaiserlichenund Reichs-Cammergerichte zu Speyer gegen die oftgedachten vom Adel undgegen die Stadt Vraunfchweig wegen gebrochenen Landfriedens, Rebellion,Felonie, Kirchen- und Klosterraubes rc. ein, wo er unter andern namentlichden Heinrich von Bortfeldt des Kirchenraubes beschuldigte; ferner vorgab, daßChristoph von Steinberg des Herzogs Gemahlin, Brun von Bothmer aberdessen Prinzessin Tochter auf einem Mistwagen zum Lande hinaus hatten fahrenlassen; daß Diedrich von Taubenheim, vormaliger Pfandbesitzer von KönigS-lutter, die Feste Woifenbüttel damals ohne Noth den Feinden des Herzogsübergeben habe, und dergleichen Beschuldigungen mehr, wo keiner der Beklagtenverschont wurde. Diese Klage wurde denen von Schwicheldt als Mitbeklagtedurch ein Mandat und Citation vom 39. Occober I5t>9 insinuier. ?er inan-äatnin ei eital. äe 13. November 15^l9 wurde ihnen eine andcrweits Klagedes Herzogs mitgetheilt, die er gegen alle Schmalkaldenschen Bundesverwandteinsgesammt wegen Landfriedensbruchs erhoben hatte, und worin er eine Scha-densersatzforderung von 3 Millionen Goldgulden aufstellte, die ihm durch dieWegnahme seines Landes, Verjagung aus selbigem und durch seine Gefangen-schaft erwachsen wäre. Endlich wurde noch eine dritte Klage des Herzogsgegen Diedrich sem, edlen Herrn zur Plesse, Wilhelm Schacht, Herrmannvon Hundelshausen, Conrad, Christoph, Heinrich und Jobst Gebrüder vonSchwicheldt, Conrad des Dritten Sohne, und Conrad Tyde wegen Landfrie-dcnsbruchs und Schadensersatzes per irmnäat. ei eilal. äe 2. Januar 1550
27*